Jahrgang 2009
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 „Adventskalender unterstützt eine gute Sache“

Der größte Adventskalender in Brühl befindet sich auch in diesem Jahr wieder in der Mühlenstraße. Die der Straße zugewandte Fassade des Brühler Marienhospitals verwandelt sich in eine lieb gewonnene Attraktion für alle Sinne.

Denn die vielen hell erleuchteten Doppelfenster werden nicht nur festlich gestaltet und so zu einem wahren Blickfang. Auf der Bühne vor dem Adventskalender wird noch bis zum 23. Dezember an jedem Abend um 18 Uhr ein kleines Programm derjenigen Gruppe aufgeführt, deren Fenster gerade geöffnet wird. Dieses umfasst Gedichte, Gesang, Tanz und Geschichten.

Seit acht Jahren besteht diese schöne Tradition bereits, sich auf die Weihnachtszeit mit festlicher Musik sowie stimmungsvollen Bildern und Gedanken einstimmen zu lassen. Die Programmgestaltung und die Fensterdekoration übernehmen die verschiedensten Gruppen: Schulklassen, Kindergartengruppen, Vereine, Messdiener, Chöre, der Kunstverein und selbstverständlich auch Mitarbeiter des Marienhospitals. „Hinter der ganzen Aktion steckt eine Menge Arbeit, die bereits im Sommer beginnt“, erzählt Stephen Ziegler, der Geschäftsführer des Marienhospitals. Dann wird der Veranstaltungskalender mit den beteiligten Gruppen abgestimmt, von denen viele schon seit Jahren dabei sind. Der Adventskalender des Marienhospitals geht aus eine Initiative der Mitarbeiter des Brühler Krankenhauses hervor und hat sich nach und nach weiterentwickelt. In den ersten Jahren wurde noch etwas improvisiert, inzwischen gibt es eine kleine Bühne und bessere Bedingungen für die Gruppen, die die Öffnung ihres „Türchens“ und ihr zwischen 15- und 30-minütiges kreatives Unterhaltungsprogramm präsentieren. Neben der Bühne befindet sich auch ein Stand, an dem Kinderpunsch und Glühwein ausgeschenkt werden.

 

Krankenhaus soll schöner werden

Dort steht auch ein Sparschwein, in das reichlich gespendet werden soll. Und das aus gutem Grund. Denn die ganze Adventskalender-Aktion steht im Zeichen der guten Sache „Menschen helfen Menschen“. In diesem Jahr lautet das Motto: „Das Krankenhaus soll schöner werden.“ Es geht um die Anschaffung von Bildern für die Patientenzimmer und Flure der internistischen und chirurgischen Abteilungen des Marienhospitals.“ Bilder schaffen eine freundliche Atmosphäre und tragen so zum Wohlbefinden und zur Genesung der Patienten bei“, weiß Stephen Ziegler.

„Wir freuen uns über jede Spende. Wir fragen auch immer unsere Geschäftspartner an und bitten um eine Beteiligung“, sagt der Geschäftsführer. In den vergangenen Jahren kamen dank des Adventskalenders stolze Summen zwischen 5.000 und 8.000 Euro zusammen, mit denen eine Menge gute Taten möglich waren. Für die Auswahl der hochwertig gerahmten Bilder und Fotografien, die im kommenden Jahr erworben werden sollen, wird eine Kommission gebildet, der der Chefarzt Dr. Pascal J. Scherwitz, die Pflegedienstleiterin Katrin Sander und der katholische Krankenhausseelsorger Otto Michael Bürvenich angehören.

Stephen Ziegler ist bei den Fensteröffnungen so oft es geht dabei. „Mir gefällt die Atmosphäre. Man kann sich einmal eine halbe Stunde eine Auszeit nehmen“, sagt der 53-jährige Geschäftsführer des Marienhospitals. „Der Adventskalender lebt davon, dass es keine Vorgaben gibt. Jede Gruppe kann ihre eigenen Ideen entwickeln. Durch diese Vielfalt entsteht ein Gesamtbild, das in jedem Jahr anders ist.“

Seit 2002 leitet Stephen Ziegler das Marienhospital als Geschäftsführer. Er wurde 1956 in Kassel geboren, bestand sein Abitur in Leverkusen und studierte in Köln BWL. Nach erfolgreichem Studium arbeitete er zunächst in der Erwachsenenbildung und überbetrieblichen Ausbildung, später in einem Krankenhaus in Köln. Stephen Ziegler ist seit 18 Jahren verheiratet und Vater von zwei Kindern. Die Familie lebt im Kölner Westen.

 

Für die Zukunft gut aufgestellt

Das Marienhospital in Brühl blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1893 begannen auf Betreiben des Oberpfarrers Richard Bertram die Bauarbeiten zum Krankenhaus, ein Jahr später wurde es eingeweiht und seitdem immer wieder erweitert, modernisiert und umgebaut. Heute befindet sich die Marienhospital Brühl GmbH in der Trägerschaft der „Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH“. Es ist ein modernes katholisches Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 210 Betten.

„Wir legen großen Wert auf die Zuwendung zum Menschen und auf eine patientengerechte Versorgung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse jedes Einzelnen“, beschreibt Stephen Ziegler die Philosophie des Hauses, das rund 360 Mitarbeiter beschäftigt. „Auch die begleitende Seelsorge und der Sozialdienst sind ein fester Bestandteil einer umfassenden Betreuung auf hohem medizinischem Niveau.“

Gegenwärtig baut das Marienhospital (mehr Informationen auch im Internet unter www.marienhospital-bruehl.de) seine Position als größtes Krankenhaus im südlichen Rhein-Erft-Kreis konsequent weiter aus, sodass es den Vergleich mit größeren Kliniken in den benachbarten Zentren Köln und Bonn nicht zu scheuen braucht. Dazu trägt auch die beeindruckende personelle und bauliche Entwicklung in den letzten 15 Jahren bei. „In Zeiten des allgemeinen Bettenabbaus wurde die Unfallchirurgie 2001 als eigenständige Abteilung anerkannt. Sie versorgt den gesamten südlichen Rhein-Erft-Kreis“, sagt Stephen Ziegler. „Seit 2009 ist der gastroenterologische Schwerpunkt des Hauses im Landeskrankenhausplan NRW ausgewiesen. Die Geburtenzahlen halten sich gegen den Bundestrend seit Jahren auf überdurchschnittlich hohem Niveau. 2008 siedelten sich eine hämatoonkologische Facharztpraxis und eine Kinderarztpraxis am Haus an.“

In diesem Jahr wurde Privatdozent Dr. Christoph Kalka als Chefarzt der neu eingerichteten Inneren Medizin I – Herz, Gefäße, Kreislauf begrüßt. Damit wächst das internistische Angebot weiter und spezialisiert sich. Als vielseitig qualifizierter Chirurg hat zudem Dr. Pascal J. Scherwitz als neuer Chefarzt die Leitung der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie übernommen. „Insbesondere in der Gefäßmedizin ergibt sich zwischen den beiden neuen Chefärzten eine intensive Kooperation“, freut sich Stephen Ziegler.

Für die Zukunft sieht sich das Marienhospital gut aufgestellt. Auch im Jahr 2010 wird die in diesem Jahr begonnene positive Entwicklung weiter ausgebaut. Dazu zählen insbesondere das gefäßmedizinische Angebot und die abteilungsübergreifende Behandlung bei Tumorerkrankungen des Darms. Hier erfolgt eine zwischen Chirurgie und Innerer Medizin optimierte, abgestimmte Diagnostik und Therapie. „Kurze Wege, schnelle Behandlungsabläufe, eine enge Verknüpfung der Bettenstationen, gemeinsame Besprechungen und Visiten im pflegerischen und ärztlichen Bereich und die gemeinsame Tumorbesprechung mit weiteren medizinischen Fachdisziplinen ermöglichen eine zügige interdisziplinäre Behandlung. Minimalinvasive und endoskopische Verfahren können sich ergänzen und zu einer schonenden Therapie führen“, ist sich der Krankenhaus-Chef sicher.

Stephen Ziegler ist wichtig, dass sich im Krankenhaus nicht alles nur um die medizinische Versorgung dreht. „Auch die Pflege, die Fürsorge und die Betreuung der Menschen, die sich uns anvertrauen, und ihrer Angehörigen ist sehr wichtig. Das treibt mich auch selbst an“, bekennt der Geschäftsführer. „In einem Krankenhaus liegen Freud und Leid dicht beieinander. Oft beginnt hier das Leben, oft endet es hier. Wir müssen den Menschen eine besondere Zuwendung zukommen lassen und ein Umfeld schaffen, in dem sie sich gut aufgehoben und versorgt wissen.“

 

 

Momente, die tiefer gehen

Am 23. Dezember begibt sich Stephen Ziegler traditionell auf einen Rundgang durchs Ganze Haus, um allen Patienten und Mitarbeitern ein frohes Fest zu wünschen. „Dabei sehe ich auf der Säuglingsstation stolze Mütter mit ihren Neugeborenen. Aber ich sehe auch Leid. Das sind Momente, die tiefer gehen. Auch als Geschäftsführer ist man nur Teil eines Ganzen“, sagt Stephen Ziegler abschließend. „Das, was uns ausmacht, wird letztlich von den Mitarbeitern getragen und verstärkt. Ich freue mich immer, wenn Ideen von den Mitarbeitern kommen.“ So wie auch die Idee des größten Brühler Adventskalenders von der Belegschaft des Marienhospitals stammt.

Tobias Gonscherowski