Jahrgang 2017
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„Schräge Töne werden uns gerne verziehen”

Die Session 2017 ist in vollem Gange, die Jecken feiern ausgelassen Karneval in den vielen Veranstaltungen und auch ganz besonders das diesjährige Dreigestirn. Prinz Michael (Reusch), Bauer Theo (Granrath) und Jungfrau Sissi (Guido Vieth) von den Fidelen Bröhler Falkenjäger haben die Herzen der Närrinnen und Narren mit ihrem feinen Humor und schönen Gesangs- und Tanzeinlagen im Sturm erobert.

Sie kennen sich seit vielen Jahren, vertrauen einander und nehmen sich gelegentlich auch mal gerne selbst auf die Schippe. Michael Reusch, der Prinz, ist 51 Jahre alt, ne echte Bröhlsche Jung und Vater eines 13-jährigen Sohnes. Er arbeitet als Managementbeauftragter für die Informationssicherheit sowie den Datenschutz für die Westnetz GmbH. Seit 1997 ist er Mitglied im Falkenjägercorps der „Großen KG Fidele Bröhler Falkenjäger blau-gold von 1973 e.V.“, die ersten 13 Jahre als Tanzoffizier und seit fünf Jahren als Kommandant.
Theo Granrath, der Bauer, wurde 1958 in Merten geboren. Er ist stellvertretender Anlagenleiter bei Shell in Wesseling. Er ist seit 40 Jahren verheiratet, hat zwei Söhne und zwei Enkel. Seit 2011 ist der Hundenarr ein Falkenjäger. Jungfrau Sissi heißt mit bürgerlichem Namen Guido Vieth. Er stammt aus Euskirchen, ist 51 Jahre alt, verheiratet und Vater eines 14 Jahre alten Sohnes. Der gelernte Schreiner machte sich im Jahr 2002 selbständig. Seit rund zehn Jahren ist er bei den Fidelen Bröhler Falkenjägern, seit 2012 tanzt er im Falkenjägercorps. Zusammen haben die drei nun seit einige Wochen „vill Spass an d´r Freud“, genauso wie bei der Beantwortung unser jecken Fragen.

BBB: Wer ist im Dreigestirn die größte Rampensau?
Da sind sich Prinz Michael und Bauer Theo schnell einig: „Eindeutig unsere Jungfrau. Sie macht das super. Anfangs war sie noch eher ruhig. Inzwischen ist sie aber aufgetaut und geht richtig ab. Sie springt herum, lacht und tanzt. Großartig.”

BBB: Wer hat im Dreigestirn die Hosen an?
Alle drei unisono: „Wir machen alles gemeinschaftlich. Ansonsten haben Prinz und Jungfrau Strumpfhosen an. Man gewöhnt sich an alles.”

BBB: Wer war und ist das größte Feierbiest?
Der Prinz meint: „Wir alle drei, das ist zum Leidwesen unseres Prinzenführers die Wahrheit. Das Feiern kommt nicht zu kurz.” Der Prinzenführer kommentiert es mit einem „Papperlapapp.” Schon bevor sie das Brühler Dreigestirn wurden, absolvierten die drei im Corps der Falkenjäger etliche Auftritte, nach denen man sich gerne eine Kaltschorle gegönnt haben will. „Bei uns geht es lustig und humorvoll zu, aber manchmal sind wir auch zurückhaltend. Wir haben noch ein bisschen Luft nach oben”, findet die Jungfrau Sissi.

BBB: Welches Kleidungsstück Ihres Ornats ist nicht das Bequemste?
„Der Hut”, kommt es vom Bauern Theo wie aus der Pistole geschossen. „Der ist schwer und zwickt ganz schön. Und ehrlich gesagt ist er auch nicht maßgeschneidert. Ich habe ihn gebraucht übernommen. Ich bin froh, wenn ich den nach einem Auftritt mal absetzen kann.” Dem Prinzen Michael drücken dagegen die höheren Schuhe. „Mir tun manchmal die Füße weh”, sagt er. „Die Schuhe mit den Absätzen sind für mich gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile geht es, und ich bin stolz darauf, sie tragen zu dürfen”, ergänzt die Jungfrau Sissi.

BBB: Baumwolle oder Sportfaser? Was tragen Sie darunter?
„Bei Sitzungen reicht die Sportfaser. Ansonsten beim Kneipenkarneval normale Unterwäsche”, findet der Prinz.

BBB: Haben Sie Einschlafprobleme nach Daueraction?
„Ich spreche noch zwei Stunden mit meiner Frau und fahre auf diese Weise runter”, berichtet der Bauer. „Ich brauche Zeit, um einen Abend zu verarbeiten und kann nicht sofort einschlafen. Jeder Auftritt ist schön, alle unterschieden sich auch etwas”, erklärt der Prinz, während die Jungfrau nach der Rückkehr in die eigenen vier Wände erstmal Hunger verspürt. „Ich kann gut einschlafen, es sei denn, ich vergesse mein Handy auf lautlos zu stellen. Denn in unserer Whatsapp-Gruppe geht es munter weiter. Ping, ping, ping”, lacht die Jungfrau.

BBB: Wer kann am besten Witze erzählen?
„Da fällt mir unser Adjudant Hendrik Speth ein”, sagt Prinz Michael. „Der ist der geborene Witzeerzähler. Aber auch bei uns kommt der Humor natürlich nicht zu kurz. Ansonsten mobben wir den Bauern, sozusagen als Bauernopfer.” Zwischen den Auftritten findet unter dem Dreigestirn allerdings wenig Kommunikation statt, da die drei getrennt voneinander in drei verschiedenen Autos fahren.

BBB: Wer kann am besten Kölsch?
„Mundart können wir alle ein bisschen”, meint Jungfrau Sissi. „Untereinander sprechen wir überwiegend Hochdeutsch oder eine Mixtur aus Kölsch und Hochdeutsch.”

BBB: Macken und Marotten: Was schätzen Sie an Ihren Dreigestirnskollegen?
„Wir gehen ohne Macken oder Marotten ehrlich miteinander um. Es gibt kein besonderes Protokoll, keine Regel oder Reihenfolge. Wir wollen authentisch bleiben”, bekennt Bauer Theo.

BBB: Tipps und Tricks auf dem Festwagen: Wie wetterfest sind Sie beim Närrischen Elias?
„Das werden wir sehen, auf dem Wagen wird es anders sein, als wir es bisher gewohnt waren. Ansonsten zieht man sich nach dem Zwiebelprinzip inklusive Jogginghose warm an. Bei Regen hilft ein Poncho”, verrät der Prinz.

BBB: Was passiert im Dienstwagen zwischen den Terminen?
„Wir haben ja wie gesagt jeder seinen eigenen Wagen. Anfangs dachten wir noch, dass wir alle zusammen sitzen und zwischen den Auftritten viel Spaß haben. Aber den haben wir auch so”, meint die Jungfrau.

BBB: Session und Arbeitsalltag: Haben Sie es gut unter einen Hut bekommen?
„Ich bin selbständig und kann das etwas besser planen. Am Wochenende ist es eh kein Thema”, antwortet Guido Vieth, alias die Jungfrau Sissi. „Wenn wir nicht so früh am Abend anfangen, funktioniert es gut. Es erfordert natürlich eine Planung und für mich gehen sechs Urlaubstage drauf”, meint der Prinz.

BBB: Wie zielsicher bringen Sie das Wurfmaterial unters Volk? Haben Sie dafür extra trainiert?
„Wir können schon einigermaßen damit umgehen. Sicher reizt es einen manchmal, wenn man einen Bekannten sieht, ihm zielsicher etwas zuzuwerfen. Dann muss man abwägen und darf nicht wie im Rausch mit den Kamelle nur so um sich werfen.”, findet der Bauer.

BBB: Wie gut muss ein Dreigestirn singen und tanzen können?
„Die Frage haben wir uns auch gestellt. Wir sind der Meinung: Die Leute sollen ihren Spaß haben, egal, ob wir nun gut oder schlecht singen und tanzen”, sagt Prinz Michael. „Schräge Töne werden uns verziehen.” So singen die drei bekannte Lieder mit und animieren so die übrigen Gäste mitzusingen.

BBB: Wie textsicher sind Sie im Liedgut des Kölschen Karnevals?
„Bei den älteren Liedern der Bläck Fööss oder von Willi Ostermann sind wir sehr textsicher. Wir kennen sie alle. Wir waren ja schon immer mit dem Musikzug der Falkenjäger unterwegs”, meint die Jungfrau.

BBB: Welches ist Ihr Lieblingslied im Karneval?
„Wir singen gerne das Lied Stammbaum der Bläck Föös als Zugabe”, berichten der Prinz und die Jungfrau. Der Bauer favorisiert den Brings-Hit „Man müsste nochmal zwanzig sein.” Nicht so gut gefällt den Dreien, dass aktuelle Bands den Karneval abgebrüht angehen und vor allem auf Kohle aus sind. „Das ist etwas ernüchternd”, sagt die Jungfrau.

BBB: Wie gut können Sie sich mit dem Karnevalsmotto „Bröhlsche Jecke danze met, wenn am Rothus dä neue Anbau kütt” identifizieren?
„Mit dem Motto können wir uns überhaupt nicht identifizieren. Das wird bei uns auch nicht verkündet, wir haben unser eigenes Sessionsmotto”, meint Prinz Michael. Es lautet: „Vill Freud üch maache, zusamme jet laache, dat wolle mer von Hätze, mer drei Falkenjäger Fetze.” Auf das offizielle FBK-Motto hatte das Dreigestirn keinen Einfluss. „Es sollte wohl eine politische Parodie oder Persiflage sein. Aber es kam nicht gut an.”           

(tg)