Jahrgang 2017
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 290 Jahren im Juli
Grundstein für Schloss Falkenlust
Am 16. Juli 1727 legte Kurfürst Clemens August den Grundstein zu seinem Jagd- und Lustschloss Falkenlust. Er war damals eigentlich nur nach Brühl gekommen, um ein passendes Ambiente für sein großes Hobby, die Falknerei, errichten zu lassen. Mehr als 250 Jahre später wurde das Schloss genauso wie seine Residenz Augustusburg als damals erst fünfte Welterbestätte in Deutschland auf die UNESCO Liste gesetzt.
 
Vor 265 Jahren im Juli
Kurfürstliche Parkordnung
 

Wie fortschrittlich Clemens August für die damalige Zeit war, erlebte seine Brühler Bevölkerung am 7. Juli 1752. An eben jenem Tage unterzeichnete der Kurfürst eine Parkordnung, wonach der Brühler Park allen Bürgern offenstehen solle. Einige Einschränkungen wusste der Regent dann aber doch noch mit einzufügen. So ordnete er an, dass vor allem „Soldaten, Studenten, Handwerksleute, Knechte, Mägde und allerhand schlechte Leute” daraufhin überwacht würden, dass sie keine Bäume, Hecken und Gewächse und auch nicht die Enten und Schwäne, die zu „höchst Ihrer Lust” gehalten werden, schädigen und verderben. Bis auf den heutigen Tag ziehen seitdem die Parkwächter ihre Runden und sorgen sich um den Erhalt des kurfürstlichen Erbes.
 
Vor 215 Jahren im Juli
Ende der Franziskanerzeit
Der 23. Juli 1802 sollte als ein überaus trauriger Tag in die Brühler Stadtgeschichte eingehen. Mit der Umsetzung des französischen Konsularbeschlusses vom 9. Juni 1802 wurde an diesem Tag das für Brühl und sein Umland so segensreiche Franziskanerkloster aufgelöst. Das Eigentum des Konvents wurde entschädigungslos enteignet und der Verwaltung durch die französische Domänenverwaltung unterstellt. Am Tage der Auflösung lebten im Kloster 14 Patres und sechs Brüder. Ihren letzten Gottesdienst feierten sie dann am 2. August desselben Jahres, dem Patronatsfest der Kirche.
 
Vor 155 Jahren im Juli
Rheinischer Sängerbund gegründet
Wieder einmal war Brühl Geburtsort einer weit über seine Grenzen hinausgehenden Institution, als am 6. Juli 1862 die Vorstände von 14 rheinischen Gesangvereinen den „Rheinischen Sängerbund”, gründeten und diesen dem im Jahr zuvor bereits gegründeten Deutschen Sängerbund anschlossen.
 
Vor 370 Jahren im August
Einfall der Hessen
Mit Schaudern erinnerten sich die Überlebenden in Brühl des 25. August 1647. Denn an diesem Tag wurde alles an Schrecken und Pein, was zuvor erlebt und durchlitten wurde weit in den Schatten gestellt. Die im Dreißigjährigen Krieg mit den Franzosen verbündeten Hessen nahmen die Stadt und Burg nach mehreren vergeblichen Versuchen an diesem Tage schließlich doch ein und wüteten grausam in unserer Heimatstadt. Selbst in den Mauern der ehrwürdigen Klosterkirche fanden die Bürger keinen Schutz und wurden in Scharen niedergemacht. Diese Geschehnisse des Hessenüberfalles auf Brühl waren übrigens auch der Grundstoff für den Brühler Heimatroman „Hessenkreuz” von Franz Evers.
 
Vor 200 Jahren im August
Kronprinz zu Besuch
Und wieder war blaues Blut zu Gast in Brühl: am 7. August 1817 weilte Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen in Begleitung von Staatskanzler Fürst Hardenberg in Brühl, die sich die Brühler Schlösser zeigen ließen.
 
Vor 120 Jahren im August
Grundstück zum Kirchbau
Der Vertrag zum Ankauf eines Grundstücks in Kierberg stand für den Brühler Dechanten Richard Bertram am 11. August 1897 als frohes Ereignis auf der Tagesordnung. Denn eben dieses Grundstück hatte er vorgesehen für die wenig später anstehende Errichtung einer eigenen Pfarrkirche in Kierberg. Es war der erste Schritt zur Einrichtung einer eigenständigen Pfarrei in diesem Brühler Vorort.
 
Vor 105 Jahren
Neues Material für die Florianjünger
Über einen großen Mannschafts- und Gerätewagen sowie eine ausziehbare Drehleiter konnten sich die Mitglieder der Feuerwehr der Stadt Brühl am 23. August 1912 freuen. Der für damalige Verhältnisse topmoderne und technisch hochwertige Feuerwehrwagen war noch pferdebespannt und bedurfte zur Unterbringung eines vergrößerten „Spritzenhauses”.
 
Vor 100 Jahren
Letzter Kaiserlicher Besuch
Kaiserin Augusta Viktoria weilte am 22. August 1917 für wenige Stunden in Brühl. Unmittelbar nach ihrer Ankunft nahm die Ehefrau des letzten deutschen Kaisers auf der Schloßterasse einen Tee ein, und reiste mit wehenden Fahnen mit Gefolge und Gepäck wieder weiter. Es war der letzte Besuch eines Vertreters des Hauses Hohenzollern im Brühler Schloss.
 
Vor 430 Jahren
Hinrichtung des Hyronimus Michels
Am 22. August 1587 blickte die Brühler Bevölkerung gen Köln und nahm Kunde vom Ende des kurfürstlichen Generalkommissars für Kriegssachen, Hyronimus Michels. Eben dieser war soeben hingerichtet worden. Michels hatte sich zuvor in Brühl und der weiteren Umgebung durch seine brutalen Gewaltmaßnahmen und Hinrichtungen ohne Gerichtsverfahren einen unrühmlichen Namen gemacht.