Jahrgang 2017
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 15 Jahren
Tod von Oberpfarrer Lehnen

Im Rahmen eines festlichen Trauergottesdienstes, zelebriert von Weihbischof Norbert Trelle, nahm die Brühl am 11. Oktober Abschied von Oberpfarrer Philipp Lehnen, der am 5. Oktober 2002 im gesegneten Alter von 94 Jahren heimberufen worden war.

Oberpfarrer Lehnen wurde am 2 Juli 1908 in Köln geboren und am 16 Februar des Jahres 1934 vom der Kölner Erzbischof Kardinal Carl Josef Schulte im hohen Dom zu Köln zum Priester geweiht. Er verbrachte die ersten Jahre nach seiner Weihe zunächst als Kaplan in Essen-Karnap und wirkte danach über 11 Jahre lang in Frechen. Nach der Gemeindereform des Jahres 1953 wurde ihm die Obhut der ´Klosterkirche´ übertragen. Und hierin fand er denn auch seine Passion: denn er verstand es damals, sowohl den Landeskonservator, wie auch die Sachverständigen des Generalvikariates für die Restaurierung der Schlosskirche nach den originalen Plänen zu gewinnen, und so das Kleinod aus der Hand von Balthasar Neumann für die Zukunft zu erhalten. Beide nämlich wollten eigentlich ´den Schutt´ abtransportieren lassen und einen völlig neuen Altarraum gestalten. Als Lehnen ihnen dann jedoch die von vielen Brühlern - initiiert und geleitet vom damaligen Kaplan Blum - in mühevoller Arbeit zusammengetragenen, sortierten und nummerierten Splitter und Stückchen des Altares und seiner Figuren präsentierte, da konnte er sich durchsetzen, und „seine Klosterkirche“ nahm im Laufe der Jahre wieder ihre ursprüngliche Gestalt an.

Da seine Nachfolger im Amte des Pfarrers an St. Margareta die Besonderheit des an diese Kirche gebundenen Titels „Oberpfarrer“ leider nicht mehr zu schätzen wussten, nahm Lehnen den Ehrentitel als letzter amtierender Brühler Oberpfarrer quasi mit in sein Grab.

Vor 400 Jahren
Neuer Schulmeister für Brühl
Schulmeister, dies war die Amtsbezeichnung, die Tillmann Feuerpeil ab dem 5. Oktober 1617 in Brühl tragen durfte. In Herzogenrath geboren, zog es den jungen Mann nach seinen pädagogischen Studien nach Brühl. Und da man von dem Gehalt eines Lehrers zur damaligen Zeit keinesfalls leben konnte, nahm er noch weitere Beschäftigungen an: er wurde Offermann, Gerichtsschreiber, Stadtschreiber und gewissenhafter Chronist. Im Jahre 1628 dann wurde er zum Bürgermeister gewählt, eine Ehre, die ihm insgesamt dreimal zuteilwurde.

Vor 250 Jahren
Pest in Brühl
Die Pfarrchronik an St. Margareta hat am 9. Oktober des Jahres 1767 keine freudigen Ereignisse zu berichten: Pfarrer Mauel (er war von 1741 bis 1777 in Brühl tätig) berichtet für diesen Tag, dass der Müller Adolf Antweiler, dessen Eltern und seine Kinder an der Pest gestorben seien. Leider kein Einzelschicksal in diesen Zeiten.

Vor 210 Jahren
Verkauf von Schloss Falkenlust
In Folge der französischen Besetzung, und der damit einhergehenden Enteignung von Kirchen- und Kurbesitz, wurde am 22. Oktober 1807 der folgenden Notarvertrag geschlossen: das ehemalige kurfürstliche Jagdschloss Falkenlust wurde für einen Kaufpreis von 22 000 Francs mit allem Inventar und Zubehör in den Besitz des französischen Diplomaten Charles (Karl) Reinhard gegeben. Vor dem Notar Werner Schmitz erschien aber nicht Reinhard selbst, er ließ sich bei diesem Geschäft von dem Kölner Kunstsammler Sulpice Boisserè vertreten.

Vor 185 Jahren
Nochmals: Verkauf von Schloss Falkenlust
Der oben erwähnte Charles Reinhard hatte ganz offenbar keine große Freude an seinem neuen - ehemals kurfürstlichen Jagd- und Lustschloss. Denn bereits am am30. 0ktober 1832 stand Schloss Falkenlust erneut zum Verkauf, diesmal erwarb Friedrich Giesler den Prachtbau zusammen mit 10 Morgen Ackerland für 12000 Taler.

Vor 115 Jahren
Verkauf der Vikarie
Und noch ein Immobilienhandel: am 1. Oktober 1902 erwarb der Bäcker und Gastwirt Willy Rösch die 1826 von B. Weisweiler gestiftete Vikarie am Markt zum Kaufpreis von 32.000 Mark. Er ließ an diesem zentralen Ort dann das Hotel Ratskeller errichten, welches das jahrzehntelang die "gute Stube" Brühls war. Das Haus wurde später dann erneut verkauft und ging in den Besitz des Schuhwarenhändlers Dörstel über.

Vor 105 Jahren
Ehrenbürgerschaft für Carl Gruhl
Am 4. Oktober 1912 fasste der Gemeinderat der damals noch selbständigen Gemeinde Kierberg folgenden Beschluss: "Der Gemeinderat beschließt einstimmig, dem Bergassessor a. D. Herrn Carl Gruhl in Brühl das Ehrenbürgerrecht zu verleihen, und zwar in Anerkennung der Verdienste, welche er und seine verstorbenen Eltern sich um die Entwicklung und das Gedeihen der Gemeinde Kierberg erworben haben. Die Kosten dieses Ehrenbürgerbriefes werden bewilligt bis zu 200 Mark. Die Herren Trauer und Esser mit dem Vorsitzenden (Bürgermeister Dohr) sollen eine angemessen scheinende Ausstattung der Urkunde wählen und diese sodann im Namen der Gemeinde überreichen."
Damit wurde ein Mann geehrt, der sich sowohl als Unternehmer, wie auch als Bürger nicht nur um die Gemeinde Kierberg, sondern nach deren Eingliederung in die Stadt Brühl im Jahre 1932 um ganz Brühl in vielfältiger Weise verdient gemacht hat. Gruhl ist am 26.4.1947 im Alter von 84 Jahren gestorben. Die im Krieg zerstörte Carlshalle, sowie das ursprünglich auch mit „C“ geschriebene Karlsbad waren und sind bis heute Zeugen seiner Verbundenheit mit Brühl.

Vor 85 Jahren
Brühler Gebietsreform
Am 1. Oktober 1932 wurden die Gemeinden Badorf, Kierberg, Schwadorf und Vochem in die Stadt Brühl eingemeindet. Berzdorf wurde aus der gleichzeitig aufgelösten Bürgermeisterei Brühl-Land ausgegliedert und Wesseling zugeschlagen. Dadurch ergaben sich für Brühl folgende neue Zahlen: das Stadtgebiet betrug nun 36,1 km2, die Einwohnerzahl stieg auf 23.076. Fortan wurde das gesamte Stadtgebiet von einem Bürgermeister und einem Stadtrat verwaltet.

Vor 75 Jahren
Alliierter Bombenangriff
Am 19. Oktober 1942 erlebt Brühl den dritten alliierten Bombenangriff des zweiten Weltkriegs. Bei diesem ersten größeren Angriff auf unsere Heimatstadt, wurden insbesondere die östlichen Teile des Stadtgebietes mit der Elisabeth- sowie der Bergerstraße zerstört.