Jahrgang 2017
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 155 Jahren
Schwadorf wird wieder Pfarrei

Die Pfarrkirche St. Severin im südlichsten Brühler Stadtteil und mit ihr die gesamte Pfarrei stand am 27. Dezember des Jahres 1862 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Denn zum einen erlangte man wieder den Status einer eigenständigen Pfarrei, und zum anderen wurde Schwadorf wieder dem Dekanat Brühl zugeschlagen. Im Zuge der französischen Besatzung und der mit dieser einhergehenden Gebietsreform musste man sich seit dem Jahr 1807 als Teil der Gemeinde Walberberg betrachten und war entsprechend auch dem Dekanat Aargau untergegliedert.

Vor 125 Jahren
Kurzsichtiger Gemeinderatsbeschluss
Dreizehn Jahre zuvor erst gegründet, sollte das Brühler Progymnasium nach dem Willen des Gemeinderates vom 22. Dezember 1892 schon wieder aufgelöst werden. Und die Gründe waren – wie könnte es anders gewesen sein – in der finanziellen Situation der Stadt zu finden. Es stand im Raum, die am Progymnasium tätigen Lehrer genauso zu besolden, wie ihre Kollegen an öffentlichen Schulen. Und hier wollte man in Brühl nicht mitgehen und lieber gleich die ganze Schule schließen. Damals hatte Brühl allerdings Glück, denn der Beschluss wurde von der zuständigen Aufsichtsbehörde gestoppt. Das Progymnasium war also gerettet.

Vor 105 Jahren
Brühler Werbe- und Verkehrswoche
Auf dem Markt in Brühl steht ein großer Weihnachtsbaum, davor ist eine Bühne errichtet, und auf dieser finden Platzkonzerte statt. Wer bei dieser Beschreibung an den aktuellen Brühler Weihnachtsmarkt des Jahres 2017 denkt, der liegt im Prinzip ja nicht falsch …
Allerdings bezieht sich der einleitende Satz eben nicht auf das Jahr 2017, sondern schaut 105 Jahre zurück und lässt uns erahnen, dass die im Titel benannte Werbe- und Verkehrswoche, die am 15. Dezember 1912 begann, nichts anderes war, als der erste Brühler Weihnachtsmarkt, eben noch unter anderem Namen. Schauen wir dann noch, dass der Chronisten zu dieser Veranstaltung folgendes notierte: „Viel Volk strömt herbei, und die Wirte haben den Nutzen“, dann wissen wir, dass es damals wie heute (siehe auch unsere aktuelle Umfrage auf den Seiten 4 und 5) in erster Linie um die Geselligkeit und die passende Bewirtung ging und geht.

Vor 75 Jahren
Glocken zerschlagen
„Schwerter zu Pflugscharen“ – dieses in der Friedensbewegung in Ost und West verwendete Bibelzitat (zu finden beim Propheten Micha – Mi 4,1–4) steht im krassen Gegensatz zu dem, was sich im Dezember des Jahres 1942 rund um die Brühler Pfarrkirche abspielte: hier gingen die Nazis den entgegengesetzten Weg und beschlagnahmten zwei Glocken aus dem Turm von St. Margareta. Die ältere der Beiden war 1512 gegossen worden, die zweite stammte aus dem Jahr 1785. Diese wurden noch an Ort und Stelle zerschlagen und in Bruchstücken abtransportiert, um für die Waffenproduktion eingeschmolzen zu werden, und fortan einem unheiligen Zwecke zu dienen.

Vor 70 Jahren
Provisorisches Heim
Das Josefshaus in der Mühlenstraße wurde in der Pfarrei St. Margareta als Veranstaltungsort und Treffpunkt der katholischen Verbände und Vereinigungen genutzt. Nach seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg waren somit viele Gruppierungen ohne Pfarrheim und Gruppenräume. Auf dem Gelände errichteten Mitglieder der Kolpingsfamilie Brühl in Eigenarbeit ein provisorisches Heim. Dieses konnte anlässlich der traditionellen Feier des Kolpinggedenktages am ersten Sonntag im Dezember am 7. Dezember 1947 seiner Bestimmung übergeben werden.

Vor 45 Jahren
Arbeitsamt wird bezogen
Neubaugebiet Brühl Mitte II hieß es im Planungs- und Verwaltungsdeutsch der Siebzigerjahre, wenn vom Gebiet um den Balthasar-Neumann-Platz die Rede war. Hier bezog das Arbeitsamt Brühl am 20. Dezember 1972 ein neues Dienstgebäude – genauer an der Wilhelm-Kamm-Straße. Die offizielle Einweihung erfolgte zwar erst am 25. April 1973, der Dienstbetrieb jedoch startete im Dezember 1972.