Jahrgang 2018
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 635 Jahren
Kloster Benden brennt nieder

Eine der größten Gefahren für Leib, Leben, Hab und Gut ging in der Vergangenheit stets von unkontrollierbarem Feuer aus. Brannte es einmal erst richtig, so war an Rettung kaum mehr zu denken, die Katastrophe war unausweichlich. Eine solche ereilte Kloster Benden am 6. April des Jahres 1383. Seinen Ursprung hatte das Feuer wohl in der Klostermühle, es gelang nicht, die noch kleinen Flammen zu löschen und wenig später wurde das ganze Anwesen Opfer des Feuers.

Vor 320 Jahren
Angelus-Läuten verbrieft
Das Angelus-Läuten war in Brühl auch schon vor dem 20. April des Jahres 1698 gute Tradition. In anderen Orten und Gemeinden jedoch war dies nicht der Fall – bis zu diesem 20. April. An eben diesem Tag nämlich ordnete der Kölner Kurfürst Josef Clemens verbindlich an, dass das Angelus-Läuten für seinen Kurstaat einheitlich und flächendeckend vorgeschrieben wurde: morgens, mittags und abends hatte nun von allen Kirchtürmen seines Reiches das Glocken-Lob zu erklingen.

Vor 260 Jahren
Beschränkung der Meinungsfreiheit
Auch wenn die Rede- und Meinungsfreiheit zur Kurfürstenzeit noch nicht zu den verbrieften Rechten gehörten, so stellte das Edikt unseres Kurfürsten Clemens August vom 19. April 1758 doch eine ganz besondere Anordnung. Denn hier schränkte der Regent nicht nur die Presse-, sondern sogar die Redefreiheit aller Untertanen aufs schärfste ein. In der Verlautbarung heißt es unter anderem: „Es wird sämtlichen Eingesessenen des Erzstiftes, beiderlei Geschlechts, ohne Ansehung des Standes, bei Vermeidung scharfer Leib- und Lebensstrafen ernstlich anbefohlen, weder in Privatbriefen, noch in gedruckten Zeitungen von gegenwärtigen Zeitläufen zu raisonieren, sondern sich sowohl im eigenen Hause, als auch in Wein-, Bier-, und Branntweinhäusern und sonstigen Gesellschaften gänzlich zu enthalten und solche, die derartige Reden führen, der Obrigkeit sofort zu melden.”

Vor 125 Jahren
Geburtsstunde der Ursulaschule
Am 18. April des Jahres 1893 eröffneten die „Ursulinen von St. Salvator“ in einem von Martin Knott gemieteten Haus in der Kölnstraße 51-53 eine „Private höhere Töchterschule mit Pensionat“. Zur Gründung betreuten damals fünf Schwestern und zwei Pensionärinnen als Lehrerinnen 36 Schülerinnen. Schon wenig später, am 3. November desselben Jahres kauften die Ursulinen, die auf Bitten von Dechant Bertram nach Brühl gekommen waren, an der Kaiserstraße ein 31 Ar großes Grundstück zum Preis von 10.180 Mark und bauten dort eine Schule mit Kloster und Internat. Die Ursulinen leiteten die Schule bis 1962. Bis 1979 bestand das Gymnasium als reine Mädchenschule, seitdem ist es als erzbischöfliches Gymnasium für Jungen und Mädchen zugelassen.

Vor 125 Jahren
Neuer Gymnasialdirektor
Ebenfalls vor 125 Jahren, genauer am 22. April 1893 wurde Dr. Martin Mertens vom Brühler Gemeinderat zum Leiter des städtischen Gymnasiums bestimmt. Dieses bedeutende Amt, das er mit seiner ganzen Kraft und Energie stets zum Wohle seiner Schule ausübte, hatte Mertens bis zu seinem Tode am 5. April 1917 inne.

Vor 120 Jahren
Städtisches Alumnat
Und noch einmal Bildungsgeschichte aus Brühl: Am 21. April 1898 richtete die Stadt Brühl in einer angemieteten Villa an der Schildgesstraße (Villa Zehnpfennig, später Villa Jordan) ein Internat für auswärtige Schüler des Gymnasiums ein.
Für diese damals „Alumnat“ genannte Einrichtung wurde dann wenig später ein eigenes imposantes Gebäude in der Clemens August Straße erbaut. Heute ist dort die städtische Hauptschule beheimatet.

Vor 115 Jahren
Grundsteinlegung in Kierberg
Dechant Richard Bertram, seines Zeichens auch Pfarrer der Brühler Hauptpfarrkirche St. Margareta, legte am 26. April 1903 den Grundstein zum Neubau der Pfarrkirche St. Servatius in Kierberg. Das Gotteshaus entstand nach Plänen des Architekten Alfred Tepe und wurde 1904 –noch ohne neuen Turm – fertiggestellt. 1909 erfolgte dann der Bau des Westturms.

Vor 100 Jahren
Öffentliche Bekanntmachung
Die Auswirkungen des Krieges waren natürlich auch in Brühl zu spüren. Ob allerdings die öffentliche Bekanntmachung vom 14. April 1918, die in der Brühler Zeitung abgedruckt wurde, wirklich erforderlich war, mag angesichts der eigentlich immer gut funktionierenden Mundpropaganda doch fraglich erscheinen.
Jedenfalls wurde vermeldet, dass in den Geschäften Berndt, Kirsch und Schmitter „ohne Rücksicht auf die Kundenliste eine Sonderzuteilung Rübenkraut und Kunsthonig verkauft wird, je Person 150 Gramm, das Rübenkraut zu 15 Pfennigen, der Kunsthonig zu 21 Pfennigen.“