Jahrgang 2018
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

August: Vor 135 Jahren
Stationenweg eingeweiht

 

Heutzutage begegnen uns Kreuzwegstationen in der Regel im Urlaub in ländlichen Gebieten. Das war in der Vergangenheit anders, da waren Stationenwege in den meisten Städten anzutreffen. Wer jedoch mit offenen Augen durch Brühl geht, der wird auch hier und heute noch an drei Standorten fündig.
Am 2. August 1883 wurde seinerzeit der damals neugeschaffene Kreuzweg mit Stationen rund um Brühl, mit einer feierlichen Prozession eingeweiht. Kapuzinerpater Leonardus Schmitz war es, der diese Einsegnung vornahm. Angelegt worden war der Brühler Stationenweg auf Initiative von Dechant Berrich mit Reliefbildern aus Terrakotta, die in marterlnähnlichen Gehäusen aufgestellt waren. Hierfür standen private Stifter zur Verfügung und machten die Anschaffung möglich. Wo aber finden wir heute noch Zeugen des alten Stationenweges? Vor dem St. Ursula Gymnasium und auf dem Drei-eck zwischen Römerstraße und Kaiserstraße findet der aufmerksame Beobachter diese Zeugen unserer Geschichte. Zwei weitere Terrakottareliefs haben ebenfalls noch überdauert und sind in der Nordwand des Marienhospitals eingelassen.

Juli: Vor 65 Jahren
Pfarrheim St. Heinrich fertiggestellt
Am 27. Juli 1953 konnte man in der damals noch sehr jungen Gemeinde St. Heinrich die Fertigstellung des neuen Pfarr- und Jugendheimes direkt beim Kindergarten feiern. Der erste Gottesdienst in der heutigen Pfarre fand zwar bereits am 8. Dezember 1945 statt, jedoch erst im Jahre 1948 wurde eine eigene Pfarrgemeinde begründet. Zunächst noch in Form einer Rektoratsgemeinde, ab dem 1. Mai 1958 dann als eigenständige Pfarre. Am 1. Januar 1948 war es zuvor der Brühler Dechant Heinrich Fetten, der Hans Güttler als neuen Pfarrer in sein Amt einführte.

August: Vor 650 Jahren
Tod auf der Brühler Burg
Am 25. August 1368 schloss der Kölner Kurfürst und Erzbischof Engelbert III., Graf von der Mark, auf der Burg zu Brühl für immer die Augen. Engelbert war erst 1364 zum Kölner Regenten ernannt worden, nachdem er zuvor bereits über 20 Jahre als Bischof in Lüttich tätig war. Das Alter hatte für ihn dann recht bald schwere Einschränkungen zur Folge, und so drängte man ihn in Köln, einen Koadjutor einzusetzen. 1366 gab er dem Drängen nach und setzte den Erzbischofen von Trier, Cuno von Falkenstein in dieses Amt ein. Noch zu seinen Lebzeiten ließ sich Engelbert eine mit seinem Bildnis versehene Grabstätte im Kölner Dom errichten. Beigesetzt wurde er dort in einem Hochgrab in der Kreuzkapelle.

August: Vor 170 Jahren
Königlicher Besuch
Gleich zwei Mal besuchte König Friedrich Wilhelm IV. im August 1848 Brühl und hielt Hof auf Schloss Augustusburg:
Am 8. August lud der Preußenkönig zu einem prachtvollen Galadinner nach Brühl. Anlass war die Fertigstellung von Langhaus und Querschiff des Kölner Domes.
Nahezu 300 Personen folgten der königlichen Einladung. Geladen war unter anderem auch Heinrich Wilhelm August Freiherr von Gagern, der am 19. Mai 1848 zum Präsidenten der Frankfurter Nationalversammlung gewählt worden war. König Friedrich Wilhelm speiste zusammen mit einigen handverlesenen Gästen im Rittersaal. Zu diesem kleinen Kreis gehörten damals Johannes Kardinal von Geissel aus Köln, die Bischöfe aus Münster, Trier, Paderborn, Osnabrück, Ermland, Hildesheim und Roermond sowie der päpstliche Nuntius aus Wien. Nach der Feier ging es dann mit dem Sonderzug vom damals noch neuen Bahnhof Brühl nach Köln zurück.
Am 15. August dann, also nur eine Woche später, war der König erneut in Brühl: Anlass diesmal war eine Privataudienz für den damals bedeutendsten Vertreter der rheinischen Protestanten, den Kaufmann Josua Hasenclever. Die beiden verband eine enge Freundschaft, die bereits 1833 – Friedrich Wilhelm war noch Kronprinz – ihren Anfang nahm und bis zum Tode Hasenclevers im Jahre 1853 Bestand hatte.
Im Verlauf der halbstündigen Unterredung äußerte sich der Landesfürst den Aufzeichnungen Hasenclevers zufolge unter anderem wie folgt: „Mut habe ich, der wird mich nicht verlassen; aber ich weiß nicht, ob ich es wert bin, dass Gott fernerhin mit mir sein wird.“ Friedrich Wilhelm hat nur wenig später die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angetragene Kaiserkrone abgelehnt.

August: Vor 65 Jahren
Klatsche im Eröffnungsspiel
Wurde die Eröffnung des Schlossparkstadions in Brühl seinerzeit auch allseits herbeigesehnt, so endete die Einweihung der neuen Sportstätte inmitten unserer Heimatstadt am 15. August 1953 doch mit einer großen Ernüchterung: Das Lokalderby gegen den großen 1. FC Köln verlor die Brühler Auswahl mit 0:12. Nicht einmal das Ehrentor gelang den Brühlern.