Jahrgang 2018
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 130 Jahren
Kirchweihe in Brühl

Der 21. September des Jahres 1888 stellte einen ganz entscheidenden Tag in der Geschichte der evangelischen Gemeinde Brühls dar: An eben diesem Freitag wurde das erste evangelische Gotteshaus in Brühl geweiht. Generalsuperintendent Dr. Bauer nahm diese vor und Pfarrer Frickenhaus hielt die Festpredigt über den Sinnspruch der neuen Glocken: „Ehre sei Gott in der Höhe – Friede auf Erden – und den Menschen ein Wohlgefallen.” Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche im Zuge der alliierten Luftangriffe vollständig zerstört. Auf Initiative des Brühler Ehrenbürgers Pfarrer Georg Grosser konnte jedoch auf den Fundamenten des zerstörten Bauwerkes eine neue Kirche errichtet werden, die bis zum heutigen Tage in direkter Nähe zu Schloss Augustusburg das Brühler Stadtbild mitbestimmt.

Vor 515 Jahren
Kloster Benden in Flammen

Wieder einmal findet das Kloster Benden Eintrag in unserer Chronik, und wieder ist es ein unerfreuliches, ja katastrophales Ereignis, dem das Zisterzienserinnenkloster diesen Eintrag verdanken muss. Am 10. September des Jahres 1503 vernichtete ein Großfeuer das Kloster vollständig und verschonte auch die Kirche nicht. Im Gegensatz zu früheren Bränden sollte es damals dann aber über 20 Jahre dauern, bis Kirche und Kloster am 7. Mai 1525 feierlich wiedereingeweiht wurden.

Vor 255 Jahren
Mozart in Brühl
Was heute mit dem Besuch eines Popstars gleichzusetzen gewesen wäre, ereignete sich 28. September 1763 hier in Brühl: der damals schon als musikalisches Wunderkind bekannte, aber erst siebenjährige Wolfgang Amadeus Mozart bereiste Brühl und hielt sich kurze Zeit hier auf. Aus Bonn angereist, befand sich die ganze Familie auf einer Kunstreise. Neben Schloss Falkenlust stand ein Besuch in der Klosterkirche St. Maria von den Engeln auf dem Programm. Hier spielte das junge Genie auch kurz auf der Orgel. Sehr rasch schon zog es den Tross aber dann weiter Richtung Köln, von wo aus die Reise über Aachen, Paris und London fortgesetzt wurde. Immerhin eine recht illustre Reiseliste, in die sich Brühl einreihen durfte. Sein Vater Leopold Mozart notierte über den Aufenthalt in seinem Tagebuch die folgenden Worte: „Zu Brühl, im englischen Gruß, ist gut logieren zu Pferd und zu Fuß!”

Vor 70 Jahren
Gründung des Brühler Heimatbundes
„Arbeitsgemeinschaft für Heimatschutz“, so lautete der Name des Vereins, der am 14. September 1948 in Brühl gegründet wurde. Peter Zilliken und Jakob Sonntag hatten damit der Heimatkunde in Brühl eine organisierte Heimat gegeben. Weniger als zwei Jahre später wurde der Namen geändert, und der bis heute bestehende Brühler Heimatbund hatte Gestalt angenommen. Ab dem 1. Januar 1951 gab der Verein die Brühler Heimatblätter als neue Vierteljahreszeitschrift heraus.
Neu deshalb, weil es schon einmal eine Publikation mit diesem Namen gegeben hatte: zwischen 1919 und 1926 war der Brühler Zeitung eine monatliche Beilage mit diesem Titel beigelegt. Nach dem allzu frühen Tod von Peter Zilliken war Jakob Sonntag lange Jahre Schriftleiter und Chronist der Heimatblätter.

Vor 25 Jahren
Schornstein gesprengt
Ein langes Kapitel Brühler Stadtgeschichte ging am 22. September des Jahres 1993 zu Ende. Mit der Sprengung des Schornsteins der Brühler Zuckerfabrik wurde das weithin sichtbare und auch riechbare Wahrzeichen dem Erdboden gleich gemacht. Es war genau 13:32, und dauerte weniger als 5 Sekunden, den Schlot umzulegen. Damit war auch optisch die Ära der Brühler Zuckerproduktion beendet. Jeden Herbst zogen die Treckerkolonnen aus allen Richtungen durch unsere Heimatstadt und strebten der Bergerstraße entgegen. Bei Ostwind war der Geruch der Produktion über ganz Brühl verteilt, jedes Kind kannte ihn und wusste, dass es an der Zeit war, die herabgefallenen Zuckerknollen aufzulesen und zur Martinslaterne umzugestalten. Heute erinnert man sich ab und zu bei der Fahrt durch einen Ort, der noch eine Zuckerfabrik beheimatet an den im Unterbewusstsein noch immer vertrauten Geruch. Erinnerungen an eine lange zurückliegende, aber über 100jährige Epoche der Zuckerproduktion in Brühl.