Jahrgang 2018
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 245 Jahren
Tod von Johann Conrad Schlaun

Der 31. Oktober 1773 war der Todestag von Johann Conrad Schlaun, der sich als kurfürstlicher Ingenieur und Baumeister als einer der ersten mit der Planung und Entstehung von Schloss Augustusburg beschäftigte. Denn nach der Zerstörung der Brühler Burg durch die Franzosen im Jahre 1689 war es Schlaun, der als erster Architekt den Auftrag zu Wiederaufbau und Umgestaltung der kurfürstlichen Gebäude erhielt. Seine ersten Pläne wiesen noch direkte Verbindungen zur Burganlage auf, so waren hier z.B. noch Türme in die ansonsten bereits dem Barock zuzuordnenden Entwürfe eingebunden. Gut, dass es doch anders gekommen ist! So ist es dennoch Schlaun, den man quasi als Urvater von Schloss Augustusburg bezeichnen muss.

Vor 510 Jahren
Tod des Klostergründers

Hermann IV, Landgraf von Hessen, Kurfürst und Erzbischof von Köln starb am 19. Oktober 1508 in Poppelsdorf (Bonn). Mit unserer Heimatstadt Brühl hatte sich von Hessen stets ganz besonders verbunden gefühlt, was seinen Ausdruck nicht nur darin fand, dass er das Franziskanerkloster begründete. Auch dank dieser Stiftung entwickelte sich Brühl zu einer der bedeutendsten kulturellen Stätten der Rheinprovinz entwickelte, verdankt Brühl bis auf den heutigen Tag viel. Als Hermann von Hessen starb, hielten denn auch die Brühler Franziskaner die Totenwache. Wie er es gewünscht hatte, fand er seine letzte Ruhe im Kölner Dom in einem schlichten Grab. Sein Herz hingegen wurde als letzter und vielleicht stärkster Beweis seiner Verbundenheit in der Brühler Schlosskirche St. Maria von den Engeln vor dem Hochaltar beigesetzt. Die nach ihm benannte „von-Hessen-Straße” erinnert heute noch an diese innige Verbindung.

Vor 290 Jahren
Gartenbaukünstler des Kurfürsten
Dem Ruf des Kurfürsten Clemens August waren schon viele berühmte Bauherren, Planer und Künstler nach Brühl gefolgt, im Oktober des Jahres 1728 reihte sich der französische Gartenarchitekt und Ingenieur Dominique Girard in die illustre Reihe dieser vortrefflichen Männer ein. Der Gartenbaukünstler trug sich dann in der Folgezeit als Schöpfer des Brühler Gartenparterres in die Liste derer ein, deren Schaffenskunst in Brühl bis heute zu bewundern ist, und deren Genie ihren festen Anteil an der Würde der Schlösser als Welterbestätten hat. Neben Brühl zeichnete Girard auch für die Gartenanlagen der Schlösser Nymphenburg und Schleißheim bei München sowie des Schlosses Belvedere in Wien verantwortlich.

Vor 135 Jahren
Zuckerfabrik nimmt Betrieb auf
Als Selbsthilfeeinrichtung der hiesigen Zuckerrübenbauern gegründet, nahm die Brühler Zuckerfabrik am 3. Oktober 1883 den Produktionsbetrieb auf. 108 Landwirte hatten sich mit einem Aktienkapital von 450.000 Mark zusammengeschlossen. Jeder der Aktionäre hatte sich verpflichtet, je Aktie 2,5 preußische Morgen Ackerfläche mit Zuckerrüben anzubauen. Diese Erfolgsgeschichte endete dann im Jahre 1989/1990, als die inzwischen vom Konzern Pfeifer und Langen aufgekaufte Fabrik geschlossen wurde, obwohl sie wirtschaftlich noch rentabel war.