Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902_1991)

 

Vor 20 Jahren
Chorkonzert

Stehen wir im November 2025 vor dem krönenden Abschluss des Jubiläumsjahres „400 Jahre Chorgesang an St. Margareta“, so blicken wir in dieser Chronik nicht ganz so weit zurück, „nur“ genau 20 Jahre. Denn am 20.11.2005 stand der Leitgedanke „Ihr Alten … und auch Ihr Jungen“ – an Psalm 148 angelehnt – über einem Chorkonzert, das der Kirchenchor St. Margareta gemeinsam mit dem Chor Wellenbrecher und den Kinderchören von St. Margareta, Brühl und St. Pantaleon, Erp aufführte.

Es erklangen zwei Werke des englischen Komponisten John Rutter: Die „Mass of the Children“, und das „Magnificat“. Bereits mehrfach führten die Brühler Chöre unter der Leitung von Regionalkantor Michael Koll und seit 2011 unter seinem Nachfolger, dem aktuellen Kantor an St. Margareta, Peter J. Klasen, Werke des 1945 geborenen Komponisten auf. Das Besondere an diesem Chorkonzert war, dass hier die Kinderchöre gemeinsam mit den „großen“ Chören eine beeindruckende Stimmenvielfalt zu Gehör brachten.

Vor 320 Jahren
Klütten erstmals erwähnt

Das Wort „Klütten“ ist untrennbar mit Brühl und der umliegenden Region verbunden. Einen Großteil des wirtschaftlichen Aufschwungs gegen Ende des 19. Jahrhunderts verdankt man der Produktion und dem Verkauf des schwarzen Goldes, wie die Braunkohle auch genannt wird. Dieses Wort „Klütte“ wurde erstmals am 6. November 1705 in einem Schreiben der Bonner Hofkammer als Bezeichnung für die Braunkohle verwendet. Zu jener Zeit existierten natürlich noch nicht die langgezogenen Briketts, die uns bis vor rund 50 Jahren noch sehr vertraut waren. Doch die seit 1871 als UnionBriketts gepressten und bekannten Wärmespender haben ihren Namen unzweifelhaft von diesem Begriff übernommen. 

Vor 115 Jahren
Diebesgut kehrt heim 

Am 24. November 1910 durfte sich die Pfarrgemeinde St. Maria von den Engeln über die Rückgabe zahlreicher entwendeter Schmuckstücke freuen. Im Jahr zuvor hatte ein dreister Dieb von der Figur auf dem Marienaltar vielerlei Kreuze, Broschen und andere Weihe- und Dankesgaben gestohlen. Dieses Ereignis sorgte in Brühl für einiges Aufsehen, doch die Beute blieb lange verschwunden. Aus bisher unbekannten Gründen gelang es dem Dieb nicht, sich schnell seiner Beute zu entledigen, sondern er ließ sie in einem kleinen Köfferchen bei der Gepäckaufbewahrung des Kölner Hauptbahnhofs zurück – ein recht sicheres Versteck, wie sich später herausstellte. Einige Zeit später wurde dieser Mann in Köln wegen anderer Vergehen Brühler Monatschronik: November Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag gefasst, und bei der Untersuchung seiner Sachen fand man zunächst den Gepäckschein, dann den Schmuck. Schnell wurde klar, dass es sich um gestohlene Gegenstände handelte. Da die Brühler Polizei den Diebstahl jedoch nicht nach Köln gemeldet hatte, konnte zunächst kein rechtmäßiger Besitzer ermittelt werden. Erst eine Veröffentlichung im kirchlichen Anzeiger machte die Brühler aufmerksam, sodass die Mariengaben nach etwa einem Jahr ihren Weg zurück an ihren ursprünglichen Platz fanden. 

Vor 60 Jahren
Stadtdirektor im Ruhestand 

Am 1. November 1965 schied Stadtdirektor Hans Horrichs aus dem aktiven Dienst aus. Seit 1947 hatte er die die Geschicke der Stadtverwaltung gelenkt. Unter seiner Führung erfolgte der Wiederaufbau Brühls sowie eine grundlegende wirtschaftliche Umstrukturierung. Zu seinem Nachfolger wurde Dr. jur. Wilhelm Josef Schumacher aus Euskirchen gewählt, der zuvor als Oberrechtsrat in Krefeld tätig war. Vor 30 Jahren 60 Jahre im Kirchenchor Am Sonntag, dem 19. November 1995, wurde Paul Siegburg bei der traditionellen Caecilienfeier für seine 60-jährige Mitgliedschaft im Kirchenchor St. Margareta geehrt. Der langjährige Archivar des Chores wurde bei einem feierlichen Hochamt in St. Margareta gewürdigt, bei dem der Chor die Messe D-Dur von Antonín Dvo?ák in der ursprünglichen Fassung für Chor und Orgel zu Gehör brachte. Während seiner sechs Jahrzehnte umfassenden Mitgliedschaft wurde Siegburg mehrfach zum Vorsitzenden gewählt. Unvergessen bleiben auch seine heiteren Beiträge anlässlich der Karnevalssitzungen.