Seit vier Jahren ist Brühl offiziell eine Fair Trade Stadt. Ende 2024 wurde der Status erneut bestätigt. Über 30 Akteure aus den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie, Vereine, Schulen und Kirche machen mit und handeln mit Fair Trade Produkten. Der Brühler Bilderbogen hat sie vorgestellt und mit Robert Saß und Marcella Venghaus gesprochen.
(tg) Die Schlossstadt Brühl erfüllt nach wie vor alle fünf Kriterien der Fair Trade Towns Kampagne und trägt weiterhin den Titel „Fair Trade Stadt“. Die Auszeichnung wurde erstmalig im Jahr 2021 durch TransFair e. V. verliehen. Seitdem baut die Kommune ihr Engagement weiter aus.

„Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Brühl. Lokale Akteurinnen und Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng für das gemeinsame Ziel zusammen. Ich bin stolz, dass Brühl dem internationalen Netzwerk der Fair Trade Towns angehört. Wir setzen uns weiterhin mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, sagt der Bürgermeister Dieter Freytag. Für die Erteilung des Titels waren fünf Kriterien zu erfüllen. Für Brühl gilt: Mindestens zehn Einzelhandelsgeschäfte, fünf Gastronomiebetriebe, eine Schule, eine kirchliche Einrichtung und ein Verein müssen mindestens zwei fair gehandelte Produkte im Sortiment haben.
Vor sechs Jahren hatte sich in Brühl eine Steuerungsgruppe gebildet, die sich für den fairen Handel und den Titel für die Stadt Brühl eingesetzt hat. Zu den engagierten Mitstreitern der ersten Stunde gehörte der Weltladen mit dem Team um Heike Kragl-Besse. Aus der Politik, dem Rat der Stadt Brühl, stießen Robert Saß und Marcella Venghaus dazu, die den Gedanken des fairen Handels gerne unterstützen.
„Mir ist das breite zivilgesellschaftliche Engagement der Gruppe sehr wichtig“, sagt Robert Saß. „Das könnte sogar noch etwas mehr sein. Es gibt ein starkes Kernteam, aber es gibt auch noch Raum etwa für das Engagement junger Leute an Schulen und anderswo.“ Schon jetzt gibt es in Brühl weit über 30 Fair Trade Akteure, die wir im Brühler Bilderbogen in den vergangenen Jahren vorgestellt haben. „Eine kleine Kaufentscheidung kann einen großen Unterschied ausmachen“, meint Marcella Venghaus, die Lehrerin an der Gesamtschule Brühl ist und das Thema auch z.B. im Erdkunde-Unterricht behandelt hat und damit Aufklärungsarbeit leistet. „Themen wie Fair Trade, Nachhaltigkeit und Regionalität, Umgang mit den Ressourcen und ein bewusstes Konsumverhalten gewinnen immer mehr an Bedeutung“, findet Marcella Venghaus.
„Mir ist wichtig, dass die Menschen im globalen Süden faire Löhne und Arbeitsbedingungen erhalten“, sagt Robert Saß. „Unser Wohlstand wurde auch auf deren Rücken aufgebaut. Wir tragen eine globale Verantwortung.“ Viele Brühler Akteure sehen das auch so.
Und die Brühler Steuerungsgruppe in Zusammenarbeit mit Barbara Kirsch von der Wirtschaftsförderung hat mit vielen spannenden Aktionen das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit getragen. Beispiele dafür waren u.a. ein Fairer Kaffee Flashmob, die Bürgermeisterwette zum Thema Fairer Kaffee oder die Fair Trade Fahrrad Aktion beim Stadtradeln. „Wir können immer noch mehr Aufklärungsarbeit leisten. Sichtbarkeit ist wichtig“, sagen Marcella Venghaus und Robert Saß. „Jeder, der sich engagieren will, kann sich gerne beteiligen.“
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