"Park mit Sportangeboten und Plätzen zum Treffen“
(tg) Die Namenssuche ist in vollem Gange, doch der Spatenstich für die neue Begegnungsfläche in Brühl-Ost erfolgte bereits am 30. Oktober. Was genau geplant ist, berichtete uns Susanne Zimmermann von der Abteilung Klimaschutz der Stadt Brühl.

BBB: Frau Zimmermann, Ende Oktober fand nach einer langen Planungsphase mit viel Bürgerbeteiligung der Spatenstich zur neuen Parkanlage in Brühl-Ost statt. Was wird dort genau entstehen? Wie hoch sind die geschätzten Kosten?
Susanne Zimmermann: Es entsteht ein Stadtpark mit diversen Angeboten für die Brühler Bürgerinnen und Bürger. Es wird einen Naturpfad mit Informationen zu Flora und Fauna geben, verschiedene Sportmöglichkeiten, viele unterschiedliche Sitzmöglichkeiten und Plätze zum Treffen sowie eine hohe Anzahl an Bäumen, Sträuchern, Beeten und sonstige Begrünung zur Erholung in der Natur. Der Park wird eine attraktive Verbindung von der Langenackerstraße im Westen zur Bergerstraße im Osten und von der Schildgesstraße im Norden bis hin zum Spielplatz im Süden von Brühl-Ost bilden. Die Kostenschätzung beträgt knapp 3.600.000 Euro, davon werden 79,93 % vom Fördergeber, dem Bundesverband für Umwelt, Klimaschutz und Naturschutz, übernommen. Es handelt sich um ein „KoMoNa“ Förderprogramm für Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelgebieten.
BBB: Inwieweit werden Klimaschutz sowie die Erhöhung der Biodiversität und Stärkung des Insektenschutzes berücksichtigt?
Zimmermann: Das Förderprogramm gibt bereits verschiedene Vorgaben, so werden mehrere der globalen Nachhaltigkeitsziele verfolgt, z. B. Leben an Land, Gesundheit und Wohlergehen, nachhaltige Städte und Gemeinden und Maßnahmen zum Klimaschutz. Für den Park sind heimische Bäume und Sträucher geplant, die den bei uns lebenden Insekten und Vögeln Nahrung und Behausung bieten. Bei den Stauden haben wir auf eine besonders große Vielfalt geachtet, so dass die Fläche für möglichst viele verschiedene Insekten attraktiv ist. Die Ansaaten von Gräsern und Wiesenflächen werden mit autochthonem Saatgut erfolgen. Durch unterschiedliche Biotoptypen werden auch viele verschiedene Habitate vorhanden sein, zum Beispiel ein Sandbeet oder Trockenmauern, die übrigens aus Teilen der alten Mauer hergestellt wird. Zu Beginn der Planung wurde die Fläche auf vorhandene Biotoptypen und auf den aktuellen Insektenstand untersucht. Eine Vorher-Nachher-Gegenüberstellung wird damit gut ablesbar sein. Selbstverständlich wird es etwas dauern, bis sich die Populationen der Insekten wieder etabliert haben. Zukünftig kann Regenwasser fast vollständig auf der Fläche des Bürgerparks versickern, für einen Teil der Fläche ist eine Speicherung des Regenwassers in einer Zisterne vorgesehen, die später der Bewässerung des Parks dienen soll.
BBB: Welche Möglichkeiten bietet der Sportparcours? Welche Sportarten können betrieben werden?
Zimmermann: Das alte Basketballfeld wird durch ein modernes Multifunktionssportfeld ersetzt. Dieses wird mit einer höheren Anzahl an Basketballkörben ausgestattet, so dass mehrere Gruppen spielen können. Außerdem ist ein Netz für Badminton oder Volleyball vorgesehen. Der Platz lässt sich aber auch von Yoga- oder Gymnastik-Gruppen nutzen. Um den Platz herum führt eine Art Laufbahn; zum Warmmachen oder als Parcours. Es wird eine Calisthenics-Anlage mit inklusiven Elementen gebaut, zudem wird es Trainingsbänke, Hangelpalmen und eine unterfahrbare Tischtennisplatte geben. Eine Sportbox, wie an der Südwiese, bietet zudem Bälle, Tischtennisschläger, kleine Hanteln, usw. Der heutige Tennen-Fußballplatz wird verkleinert, steht für Fußballspiele aber weiterhin zur Verfügung.
BBB: Was hat es mit Insektenmonitoring und Biotopkartierung auf sich?
Zimmermann: Zur Erhöhung der Biodiversität sind zu Beginn der Planung die aktuellen Biotoptypen auf dem Gelände des künftigen Bürgerparks aufgenommen worden. Ebenso wurden die unterschiedlichen Insekten, Wildbienen, Schmetterlinge und Heuschrecken in einem Monitoring dokumentiert, dies hat von März bis September 2024 in mehreren Begehungen stattgefunden. In die Planung sind diese Informationen dann auch mit eingeflossen, so dass das Ziel, die Biodiversität auf Dauer zu erhöhen, erreicht werden kann. Dafür werden u.a. die unterschiedlichen Biotoptypen wie Sandlinsen, Trockenmauer, feuchte Mulden, Bäume, Strauchflächen und Hochstaudenfluren geschaffen/angelegt. Für die dokumentierte fuchsrote Lockenbiene haben wir zum Beispiel auch Beerensträucher mit eingeplant, da sie darauf spezialisiert ist.
BBB: Worauf haben die Ortsgemeinschaft und die Nachbarschaft großen Wert gelegt und wie konnten die Wünsche berücksichtigt werden?
Zimmermann: Im Rahmen der Planungen zur Gestaltung und Beschaffenheit des künftigen Parks wurde die Öffentlichkeit umfangreich eingebunden. In den verschiedenen Phasen fanden öffentliche Info- und Beteiligungsveranstaltungen, digitale Ab- und Umfragen für Kinder- und Jugendliche als auch Erwachsene sowie Vor-Ort-Termine statt. Zudem fanden mehrere Gespräche mit den umliegenden Einrichtungen, dem Inklusionsbeirat und der Ortsgemeinschaft Brühl-Ost statt. Einen besonderen Wert hat die Ortsgemeinschaft Brühl-Ost auf die Möglichkeiten gelegt, sich in größeren Gruppen treffen zu können. Neben einer Vielzahl an weiteren einzelnen Sitzmöglichkeiten, wird es im Bürgerpark einen Treffpunkt mit mindestens 20 Sitzmöglichkeiten an einer langen Tafel unter einer mit Rosen berankten Pergola, die im Sommer für Schatten sorgt, geben. Einige der Plätze sind davon auch für Rollstühle und Rollatoren anfahrbar oder stehen für Kinderwagen zur Verfügung. Am Eingang zum Cultra – dort wird durch ein Tor ein direkter Zugang zum Park geschaffen – ist darüber hinaus ein grünes Klassenzimmer geplant, das auch vielen Personen Sitzmöglichkeiten auf mehreren Natursteinstufen bietet. Hier besteht die Möglichkeit, im Sommer ein Sonnensegel aufzuspannen. Die direkte Nachbarschaft an der Anna Schmitz-Straße hat besonderen Wert darauf gelegt, dass die drei Mauerteile, die zum Sportfeld hin liegen, erhalten bleiben. Ein weiterer Wunsch war der Basketballplatz, der sogar erweitert wird und das Anlegen einer Obstwiese.