Jahrgang 2021
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 280 Jahren im August:
Kurfürstliche Beschwichtigungsverordnung

Clemens August, der „Brühler Kurfürst", wandte sich am 27. August 1741 mit sehr deutlichen Worten an seine Untertanen. Hier ein Auszug seiner „Beschwichtigungsverordnung“:
„Was maßen verschiedene Unserer Ertzstiftischen Unterthanen durch die bevorstehende Ankunft der Französischer Königlicher Armee und derentwegen geschöpfte ungegründeter Forcht veranlasset würden, ihre Habschafft mehrerer vermeintlicher Sicherheit halber außer unseren Ertzstiftischen Landen zu verführen und auf solche Weise dem gemeinen Wesen einen ganz schädlichen Schröcken einzujagen“

Was war also geschehen?

Wenige Jahre nach Abzug der französischen Truppen, deren Zerstörungswut im ganzen Erzstift noch in „bester“ Erinnerung war, geriet das Land in Abhängigkeit zu Frankreich. Die Bevölkerung hatte große Angst vor einer erneuten Besetzung, vor einem Krieg.

Zudem setzte Ludwig XV. bei dem Konflikt zwischen der Habsburgerin Maria Theresia und dem Preußenkönig Friedrich II. seine Soldaten ostwärts in Marsch. Das sah nun noch stärker nach französischer Besatzung aus, und so floh jeder aus dem Lande, der es sich leisten konnte. Damit floss aber genau das Vermögen aus dem Erzstift ab, welches Clemens August zur Eintreibung seiner Steuern dringend benötigte.

So wandte sich der Regent mit den oben zitierten Worten an sein Volk, und hatte gleich doppelt Glück: wie erhofft hatten diese beschwichtigenden Worte Erfolg und bewahrheiteten sich zudem auch: der Durchmarsch der 44.000 Mann starken französischen Truppen ging unter Marschall Maillebois reibungslos vonstatten und es blieb wirklich bei dem angekündigten und versicherten Durchmarsch.

 

Vor 170 Jahren im August:
Erster evangelischer Pfarrer für Brühl

Edwin Scheden wurde am 14. August 1851 in der v. Carnapschen Schlosskapelle in Bornheim als erster evangelischer Pfarrer Brühls ordiniert und eingeführt. Wenige Wochen zuvor, am 11. Juni desselben Jahres, war er in Brühl mit 44 von insgesamt 55 abgegebenen Stimmen gewählt worden. Scheden stand damals gleichzeitig den Gemeinden Brühl und Bornheim vor.

Vor 110 Jahren im August:
Hitzewelle in Brühl

Im August des Jahres 1911 litt man in Brühl unter einer ausdauernden Hitzewelle. Wochenlang wartete man damals vergeblich auf die ersehnten Regentropfen. Ihren Höhepunkt fand die Hitzewelle damals darin, dass es den Orgelpfeifen an St. Margareta zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes „die Stimme verschlagen“ hatte, und sie keinen Ton mehr hervorbrachten.

Vor 110 Jahren im August:
Friedhofswechsel in Brühl

Der heute vielen Brühlern nur noch als Grünfläche zwischen Bleiche und der Linie 18 bekannte „Alte Friedhof“ wurde am 18. August 1911 als Beisetzungsstätte geschlossen. Nur zwei Tage später, am 20. August, fand dann die erste Beerdigung auf dem damals „neuen Friedhof“ an der Bonnstraße statt.


Vor 385 Jahren im September:
Brühl im dreißigjährigen Krieg

Mitten in den Wirren des dreißigjährigen Krieges war die Brühler Burg am 22. September 1636 Standort eines großangelegten Fürstentreffens.  Erörtert wurde die aktuelle Kriegslage von den aus ihren Ländern emigrierten Fürstbischöfen von Mainz und Würzburg. Diese tauschten sich mit ihrem Kölner Amtsbruder Kurfürst Erzbischof Ferdinand von Bayern über den Fortgang der Kriegshandlungen aus. Leider reichte es für Brühl damals nicht zu einem großen Eintrag in die Geschichtsbücher, der westfälische Frieden sollte Münster vorbehalten bleiben und noch bis 1648 auf sich warten lassen.

Vor 355 Jahren im September:
Pest in Brühl

An jedem Freitag des Monats September wurde 1666 in der Klosterkirche zu Brühl ein Hochamt zu Ehren des Hl. Sebastian gehalten, um die Erlösung von der Pest zu erflehen. Auch die Brüder des Franziskanerordens, die sich selbstlos der Krankenfürsorge widmeten, blieben nicht verschont: fünf Ordensleute, ein Pater und vier Brüder, fanden damals den Tod, ebenso wie 35 Mitglieder der damals bestehenden Gürtelbruderschaft an der Klosterkirche. Erst im Juli 1667 wich der schwarze Tod endgültig aus Brühl.

Vor 160 Jahren im September:
Preußenkönig in Brühl

Wahrhaftig mit Glanz und Gloria erreichte König Wilhelm I. von Preußen am 12. September 1861 seine Residenz in Brühl. Er kam mit großem Gefolge, um den Herbstmanövern seiner Truppen in der Eifel beizuwohnen. Und die Brühler gaben sich viel Mühe, dem neuen Regenten zu gefallen: der langjährige Beigeordnete Peter Josef Kirsch führte eine Ehrenwache der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft an, junge Mädchen standen weißgekleidet mit Eichenlaubgirlanden im Treppenhaus des Schlosses, Kinder erfreuten das Herrscherpaar durch Gedichte, Knabenchöre ließen mehrstimmige Lieder erklingen. Otto Dominik, Brühler Chronist und Historiker, vermerkte hierzu in seinen Aufzeichnungen, Brühl habe ‚‚niemals etwas Großartigeres erlebt“.

Vor 105 Jahren im September:
Amtsgericht für Brühl

War die Zeit des ersten Weltkriegs eine schwere, nicht nur für Brühl, so bot der 16. September 1916 dann doch einen kleinen Lichtblick, eine freudige Abwechslung: an diesem Tag wurde das neue Amtsgericht an der Liblarer Straße eingeweiht. In dem Gebäude, das heute die KuMs beherbergt, wirkte Amtsgerichtsrat Kneer als erster Richter. Das hohe Gericht, das durch den Einsatz von Bürgermeister Hellenbroich nach Brühl gekommen war, verfügte auch über ein kleines Gefängnis, in welchem Justizwachtmeister Mohra die angeordneten Haftstrafen überwachte.

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