Jahrgang 2019
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 90 Jahren im Juli
Ehrenbürgerwürde

Wie bei Verleihungen dieser Tragweite üblich, so wurde auch der Stadtratsbeschluss vom 31. Juli 1929 einstimmig gefasst: beschlossen wurde, dem langjährigen ersten Beigeordneten der Stadt Brühl, dem Seminaroberlehrer i. R. Josef Frohn die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.

Vor 100 Jahren im August
Nochmals: Ehrenbürgerwürde

Am Tage seines diamantenen Priesterjubiläums, dem 29. August 1919 beschloss der Rat der Stadt Brühl (wiederum) einstimmig, dem Dechanten und Oberpfarrer Richard Bertram (seit 1888 in Brühl) wegen seiner außergewöhnlichen Verdienste sowohl auf sozial caritativem Gebiet wie auch als Heimatforscher und Schriftsteller das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Seine Dankesrede schloss Bertram damals mit den Worten: „Einst sprachen die Römer das stolze Wort: ‘Civis Romanus sum.’ Ich aber spreche mit gleichem Stolz: Ich bin Ehrenbürger der Stadt Brühl.“

Vor 290 Jahren im Juli
Kurfürstliche Grundsteinlegung

Am 16. Juli 1729 legte Kurfürst Clemens August höchstpersönlich den Grundstein zu seinem Jagdschloss Falkenlust. Die für den eigentlich recht kleinen Prunkbau doch recht lange Bauzeit führte damals dazu, dass die festliche Einweihung erst im Jahr 1737 stattfinden konnte. Errichtet wurde Schloss Falkenlust nach Plänen und unter Bauleitung des bayrischen Hofarchitekten Francois de Cuvillies.

Vor 130 Jahren im Juli
Reste der Burganlage entfernt

Im Juli des Jahres 1889 wurden in Brühl die einzigen bis dahin noch sichtbaren Überbleibsel und Erinnerungen an die alte Burganlage aus dem Stadtbild getilgt: das sogenannte „Meer“, der letzte verbliebene Arm des Wassergrabens der Festungsanlage wurde zugeschüttet. Wallstraße, Bleiche und der Kirchvorplatz von St. Margareta erhielten dadurch ein neues Gesicht.

Vor 125 Jahren im Juli
Drama bei Einweihung

Bei der festlichen Einweihung des Wasserturms in Berzdorf (damaliges Fassungsvermögen: 350 Kubikmeter Wasser) am 24. Juli 1894 stürzte der Brühler Dachdeckermeister Heinrich Liertz (36 Jahre) ab und riss im Fall seinen Gesellen Rudolf Priekartz (21) mit. Für beide kam jede Hilfe zu spät.

Vor 105 Jahren im Juli
Otto Dominik stirbt

Unmittelbar vor Ausbruch des ersten Weltkriegs, am 25. Juli 1914, verstarb der Brühler Heimatschriftsteller Otto Dominik im Alter von 68 Jahren. Durch die Herausgabe einer ersten detaillierten Stadtgeschichte Brühls hat er sich bis heute einen hochverdienten Platz in den Analen unserer Schlossstadt gesichert.

Vor 125 Jahren im August
Kaiserliche Konzession

Am 4. August des Jahres 1894 unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. die Konzessionsurkunde zum Betrieb einer „dem Vorgebirge entlanglaufenden Schmalspurbahn“, die Köln und Bonn miteinander verbinden sollte. Gegengezeichnet wurde diese Urkunde durch den damaligen Reichskanzler Leo von Caprivi. Damit war dies wohl eine der letzten Amtshandlungen des Kanzlers, der am 26. Oktober 1894 aus dem Amte entlassen wurde. Von der Konzession bis zur Aufnahme der Bautätigkeit sollten dann aber wiederum fünf Jahre vergehen. Erst am 6. Juni 1899 führte der Betriebsüberlassungsvertrag zwischen den Köln-Bonner-Eisenbahnen und der Berliner Firma Havestadt und Contag zum tatsächlichen Baubeginn. Für Brühl war und ist diese Konzession aber um so wichtiger, hat doch nicht zuletzt der Feurige Elias das Stadtbild über viele Jahre geprägt und eine schnelle und bequeme Anbindung nach Köln und Bonn ermöglicht.

Vor 105 Jahren im August
Der Weltkrieg beginnt

Natürlich wurden auch in Brühl die Folgen des Kriegsausbruches 1914 sehr rasch schon sichtbar, lag unsere Heimatstadt doch im Aufmarschgebiet und wurde somit zur Kriegsgarnison. Und bereits am 6. August gab es Hochinteressantes zu beobachten und zu berichten: ein zur Bombardierung der Maasfestung Lüttich eingesetztes Zeppelin-Luftschiff musste auf dem Hügel des Schnorrenbergs notlanden (in etwa dort, wo sich heute der Tonweiher befindet), da es durch Artilleriebeschuss stark beschädigt worden war.