Jahrgang 2019
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 255 Jahren
Caspar Arnold Grein wird geboren
Am 22. Oktober des Jahres 1764 erblickte Caspar Arnold Grein in Brühl das Licht der Welt. Er entstammte einer alteingesessenen Brühler Familie und wurde zu einem der größten Stillleben- und Landschaftsmaler seiner Zeit. Aber auch als Zeichner und Bildhauer war er hochbegabt. Man musste damals auf allen Gebieten der Kunst sein Können beweisen können, um ein Auskommen zu haben. Sein Lehrmeister war der Kölner Barockmaler Johann Martinus Metz. Wie dieser, wandte sich Grein schon bald der Natur als bevorzugte Motivquelle zu und schuf außerordentliche Werke auf dem Gebiet der Blumenmalerei.

Sogar bis ins weit entfernte Paris zog es den Künstler: von 1802 bis 1804 studierte er gemeinsam mit seinem Schüler Matthias Joseph de Noël an der École des Beaux-Arts. Anschließend kehrte Grein nach Köln zurück, wo er am 11. August 1835 nach über 50-jährigem Schaffen starb.

Vor 225 Jahren
Ende des Kurstaates
Der österreichische Erzherzog Maximilian Franz, seines Zeichens Kurfürst von Köln wird bei seinem überhasteten Abschied aus Köln sicherlich noch nicht vermutet oder gar befürchtet haben, dass er als letzter Kölner Kurfürst (wenn man gutwillig über Kurfürst Antwerpes hinwegsieht) in die Geschichte eingehen würde. Aber am 3. Oktober 1794 hieß es für ihn Abschied nehmen von seinem Land und der Kurwürde, da Maximilian Franz sich vor den heranrückenden französischen Truppen ins Exil retten musste. Nur drei Tage später, am 6. Oktober wurde das Rheinland besetzt, das gesamte linksrheinische Erzstift fiel in Feindeshand, und Brühl war nicht länger kurfürstliche Residenz. Der Flüchtige Regent suchte zunächst Schutz in Münster, später dann in Wien, wo er am 27. Juli 1801 starb und in der Kapuzinergruft der Habsburger seine letzte Ruhe fand.

Vor 210 Jahren
Erste Brühler Volkszählung
Statistische Erhebungen sind heutzutage allgegenwärtig, und auch schon in der Bibel wird von der Volkszählung unter Kaiser Augustus berichtet. Für unsere Heimatstadt Brühl liegt die erste Volkszählung hingegen noch nicht so weit zurück: im Jahr 1809 lieferte sie folgendes Ergebnis:
254 Ehemänner, 424 Jünglinge und 33 Witwer sowie 256 Ehefrauen, 469 Jungfrauen und 58 Witwen. Insgesamt verzeichnete man für den Bereich der heutigen Innenstadt also 1.494 Einwohner.
Für die Außenorte, die heute längst auch zum Stadtgebiet zählen, ergab die Volkszählung die folgenden Zahlen: Kierberg und Heide 490 Einwohner, Schwadorf 305 Einwohner, Eckdorf und Geildorf 174 Einwohner, Badorf 571 Einwohner, Pingsdorf 286 Einwohner, Vochem 366 Einwohner. Das macht für den gesamten heutigen Stadtbezirk also 3.686 Einwohner.

Vor 200 Jahren
Maut für Auswärtige
Gut, dass unsere Brühler Stadtväter sich vor zwei Jahrhunderten noch keine Gedanken um die Brüsseler Bürokraten machen mussten! Denn genau das, womit der Bundesverkehrsminister unlängst krachend gescheitert ist, wurde im Oktober 1819, also vor exakt 200 Jahren in Brühl vom Rat beschlossen und in die Tat umgesetzt: eine „Maut“ für Auswärtige.
Was war geschehen? Heute wie damals war das Stadtsäckel gähnend leer, und damals wie heute machten sich findige Geister daran, nach Einnahmequellen zu suchen. Aber lesen wir doch einfach nach, was im Rat seinerzeit besprochen und beschlossen wurde:
„In Erwägung, daß das Pflaster in einem sehr schlechten Zustand ist und die Gemeinde Brühl auch nicht die geringsten Mittel besitzt, um Reparaturen durchzuführen, daß aber auch hauptsächlich die fremden Fuhren das Pflaster verderben, beschließt der Gemeinderat, für jedes fremde Fahr- oder Reitpferd 1 Stüber und für Ochsen und Kühe 1/2 Stüber zu erheben.“  

Vor 50 Jahren
Bau des Balthasar Neumann Platzes
Als Standort des Brühler Wochenmarktes ist er aus dem Stadtbild heutzutage nicht mehr wegzudenken. Aber die Geschichte des Areals rund um den Balthasar-Neumann-Platz, also der Region westlich der Stadtbahnhaltestelle der Linie 18 in Brühl-Mitte ist in diesem Jahr gerade einmal 50 Jahre alt.
Am 15. Oktober 1969 begann die Bebauung des Geländes. Hier wurde neben Bürogebäuden (Amtsgericht, Arbeitsamt, Post) eine Vielzahl moderner Wohn- und Geschäftshäuser um den neuen Platz angeordnet.