Jahrgang 2019
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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 285 Jahren
Kurfürstlicher Brief

Clemens August ist in unserer Heimatstadt Brühl zweifellos der bis auf den heutigen Tage bekannteste Vertreter der Kurfürstenzeit. Seine Leidenschaft für prachtvolle Schlösser und Prunkbauten, aber auch die Lust an der Jagd kommen uns für den November des Jahres 1734 beim Blick in die Chronik vor Augen. Denn am 14. November 1734 schreibt er in einem Brief an seinen Bruder Karl Albrecht, Herzog von Bayern: „Der an Huberti Tag hier ziemlich stark gefallene Schnee ist anderntags schnell vergangen. Morgen gehe ich nach der Hirschjagd und nachher zur Augustusburg, indem allda ein eingerichtetes Jagen auf Sau gemacht ist worden.“
Und an dem brieflich benannten Tag der Hirschjagd, an welcher er von Schloss Augustusburg aus teilnahm, traf der Regent den Entschluss zum Bau und der Ausgestaltung von Schloss Herzogsfreude im Kottenforst (im heutigen Bonner Ortsteil Röttgen). Dieses Schloss ist uns heute nicht mehr, oder kaum noch  bekannt, weil es nach der französischen Besetzung zum Abbruch verkauft wurde – ein Schicksal, welches den Brühler Zeugnissen der Kurfürstenzeit zum Glück erspart bleib. Erworben wurden „les restes du château des Roetgen“ dem amtlichen Verkaufsprotokoll nach von dem Bonner Dachdecker Peter Lander, der Kaufpreis belief sich auch 3.550 Francs. Lander verwendete das Schloss danach als Lieferant für Baustoffe indem er es vollständig abreißen ließ. Ziegel, Steine, Bodenbeläge, die Kupferbedachung und weitere Baumaterialien wurden verkauft, der Großteil der Steine wurde für den Ausbau der Zitadelle Wesel verwendet, und schon 1810 war von dem vormals so prunkvillen Schloss fast nicht mehr zu sehen.

Vor 245 Jahren
Brühler Apotheke
Für das Jahr 1759 wird in Brühl erstmals die Existenz einer Apotheke dokumentiert: Der Hofkalender des Bonner Verlegers Rommerskirchen erwähnte damals die Brühler Apotheke und den Hofapotheker Bernhard Wilhelm Ruland. Ruland war seit 1760 Brühler Schöffe und ab 1770 Titular Hofkammerrat. Er starb 1787. Seine Apotheke wurde als „die 1759 priviligierte churfürstliche Hofapotheke“ verzeichnet und soll um das Jahr 1710 erbaut worden sein.

Vor 190 Jahren
Franz Jakob Zaaren stirbt
Am 8. November des Jahres 1829 starb der in Brühl hochangesehene Notar Franz Jakob Zaaren.  Brühl kann und muss diesem Mann bis auf den heutigen Tag hochdankbar sein für seinen großen Einsatz in der Zeit der französischen Besetzung. Zaaren war in diesen Tagen zwar als Maire (Bürgermeister) der Besatzer in Diensten der Franzosen, sein Wirken jedoch war immer um das Wohl seiner Heimatstadt bedacht:
Zusammen mit dem damaligen Pfarrer Peter Heinrich Gareis setzte er sich für den Erhalt der säkularisierten Klosterkirche mit all ihren Kunstschätzen ein. Und nicht nur das erreichten die beiden: Sie bewirkten zudem, dass das Gotteshaus wieder als Kirche genutzt werden durfte.
Aber auch an anderer Stelle war Franz Jakob Zaaren segensreich für Brühl: Er sorgte dafür, dass die Orgel der zum Abbruch verurteilten Kölner Kirche St. Lambertus in der Brühler Hauptpfarrkirche St. Margareta erklingen konnte. In seinem Amt als Maire von Brühl hatte Zaaren zudem die große Ehre, Kaiser Napoleon persönlich in seiner Stadt willkommen zu heißen.