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Umsetzung von Maßnahmen in den kommenden drei Jahren

Am Dienstag der vergangenen Woche fanden sich Bürgermeister Dieter Freytag, seine Beigeordneten sowie weitere Beteiligte gemeinsam mit Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses, Ratsmitgliedern und eingeladenen Kindern und Jugendlichen im Kapitelsaal des Rathauses ein, um gespannt den Worten von drei Frauen zu lauschen, die sich bereits seit Jahren maßgeblich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzen.

Ein wichtiges Thema, dem sich die Stadt Brühl in 2020 mit der Teilnahme an dem Programm Kinderfreundliche Kommunen ebenfalls verpflichtet hat und seitdem die Auflagen des Vereins umsetzt.

Dem Anlass entsprechend wurde von der Kindergruppe der Kunst- und Musikschule Brühl mit dem Begrüßungslied „Winke, winke“ und zugehörigem Tanz in den Abend gestartet, bevor Bürgermeister Dieter Freytag die Anwesenden begrüßte und das Wort an Anne Lütkes, Vorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, gab.

Der Verein hat es sich gemeinsam mit UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk zur Aufgabe gemacht, die Umsetzung der Kinderrechte in deutschen Städten und Gemeinden zu fördern und dementsprechend begleitet und unterstützt der Verein die Verwaltungen jeweils bei den einzelnen Schritten bis hin zur Zertifizierung als Kinderfreundliche Kommune. Nicht verwunderlich war es daher, dass das Projekt Anne Lütkes ganz besonders am Herzen liegt und sie sich über jede Kommune freut, die Kinderfreundlich(e) Kommune wird. In ihrer Begrüßung brachte sie dies zum Ausdruck und überließ anschließend unter der Moderation von Dr. Heide-Rose Brückner, Senior-Consultant und Mitbegründerin des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, sowie den geladenen Kindern und Jugendlichen selbst das Wort. Und die waren nicht auf den Mund gefallen! Selbst die Jüngsten unter ihnen standen selbstbewusst vor dem Publikum und erklärten, was sie sich für Kinder und Jugendliche in Brühl wünschen und inwieweit ihr Wirkungskreis bedeutend ist. Und spätestens bei den Ausführungen der Kinder und Jugendlichen, die betonten, wie sehr sie sich auch Orte wünschen, an denen sich Kinder und Jugendliche treffen können, wurde deutlich, wie bedeutungsvoll ebendiese Orte sein können. Anhand des Kinder- und Jugendtreff "Klasse" wurde ausgeführt, dass diese Orte unter anderem einen Platz bieten, um Freundschaften aufzubauen, kreativ Frust abzubauen, im sicheren Umfeld zu entspannen, sich auszupowern, Spaß mit gleich- und anders Altrigen zu haben sowie das bloße gehört werden, wenn es um Entscheidungen – wie beispielsweise die Suche nach Ausflugszielen – geht. 

Umso wichtiger, dass entsprechende Maßnahmen zur Förderung getroffen werden. Dabei hilft ein mehr als 50 Seiten umfassender und aufwendig erarbeiteter Aktionsplan für die Jahre 2023-2026, der unter Federführung der zuständigen Mitarbeiterin des Jugendamtes Stephanie Ronig entstanden ist und aufzeigt, wie sich die Stadt in den kommenden Jahren an den Bedürfnissen und Interessen von Kindern und Jugendlichen orientiert und welche Maßnahmen im Zuge dessen umgesetzt werden.

Für Anne Lütkes und die für Brühl zuständige Sachverständige des Vereins, Erika Beverungen-Gojdka, ein Plan, der viel Potenzial aufzeigt und den sie ausdrücklich begrüßen. Dabei sei nicht nur das Hinzuziehen von Kindern und Jugendlichen als Experten zum Beispiel beim Thema Stadtplanung wichtig – dahingehend äußerten sich die anwesenden Kinder und Jugendliche im vorangegangenen Dialog mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung – sondern insbesondere das Schulen der Verwaltungsmitarbeitenden, damit ein Aufbruch stattfinden kann, so Erika Beverungen-Gojdka. „Die gesamte Verwaltung und nicht nur das Jugendamt muss sich als Kinderfreundliche Kommune sehen und daran arbeiten.“ Das werde im Plan deutlich und sie freue sich auf die Umsetzung.

Unter Applaus der Anwesenden verlieh Anne Lütkes anschließend das zugehörige Siegel an Bürgermeister Dieter Freytag und berechtigte die Stadt Brühl damit, sich ab sofort offiziell als Kinderfreundliche Kommune zu bezeichnen. Damit einhergehend kommen auf die Stadt Brühl weitere Pflichten zu – allen voran, die aus dem Aktionsplan resultierenden Maßnahmen innerhalb der nächsten drei Jahre umzusetzen. 

Eine Aufgabe, der sich Bürgermeister Dieter Freytag bewusst ist und der er sich mit Akteuren der Verwaltung und der Kommunalpolitik stellen wird. „Die Teilnahme am Vorhaben eröffnet für die Stadt neue Möglichkeiten, verwaltungsinterne Strukturen nachhaltig kinder- und jugendfreundlicher zu gestalten und alle Beteiligten intensiv für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren.“ Neben seinen Dankesworten an die anwesenden und mitwirkenden Kinder und Jugendlichen sowie allen Beteiligten führte er aus, dass mit der Zertifizierung der Startschuss gegeben sei, die im Aktionsplan beschriebenen Ziele und Maßnahmen umzusetzen.

Zum Abschluss richtete sich der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Berhard Schumacher, mit dem Appell an seine Kolleginnen und Kollegen aus der Politik, an einem Strang zu ziehen und bezeichnete die Zertifizierung als weitere Etappe, die kommunale Selbstverwaltung auf ein aktuelles und zeitgemäßes Niveau zu bringen, bevor er allen Engagierten herzlich für die Mühe dankte.

Für einen emotionalen Abschluss sorgte anschließend der Chor bzw. das Orchester der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Spitimas unter der Leitung von Philip Czarnecki, der mit den Liedern „Wir ziehen in den Frieden“ (Udo Lindenberg) und „Tänzer und Soldaten“ (Adel Tawil) zum Nachdenken anregte, bevor der Abend in gemütlicher Stimmung und mit Häppchen auskling.

So geht es weiter:

Ziel ist es, bis Anfang 2025 ein städtisches Leitbild zu formulieren, in dem kinder- und jugendfreundliche Rahmenbedingungen festgehalten sind. Ebenso wird ein Konzept für kinderfreundliches Verwaltungshandeln verfasst. Mit diesen beiden Maßnahmen existiert dann zukünftig eine Handlungsgrundlage für alle städtischen Mitarbeitenden.

Interessierte können sich den Aktionsplan unter https://www.kinderfreundliche-kommunen.de/startseite/kommunen/teilnehmende-kommunen/bruehl/ ansehen und sich bei Stephanie Ronig im Jugendamt persönlich (Tel. 02232 794800) oder per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) informieren.

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