Jahrgang 2012
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„Niki de Saint Phalle – Spiel mit mir”

In der Ausstellung „Niki de Saint Phalle – Spiel mit mir“ präsentiert das Max Ernst Museum Brühl des LVR bis zum 3. Juni das fast 50 Jahre umfassende Oeuvre von Niki de Saint Phalle. Die konzentrierte, retrospektive Schau legt einen besonderen Schwerpunkt auf das bislang wenig beachtete Frühwerk der französisch-amerikanischen Künstlerin. Zur Werkauswahl gehören Gemälde, Assemblagen, Schießbilder, Plastiken, Zeichnungen, Druckgraphik und Modelle für Architekturprojekte. Für die Ausstellung wurden rund 85 Werke ausgesucht.
Die Ausstellung wurde von Guido Magnaguagno, dem ehemaligen Direktor des Museums Tinguely in Basel, für die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall im vergangenen Jahr kuratiert. Das Ausstellungsprojekt wurde mit freundlicher Förderung der Adolf Würth GmbH & Co. KG sowie mit freundlicher Unterstützung der Niki Charitable Art Foundation realisiert.
Niki de Saint Phalle wurde 1930 in Neuilly-sur-Seine bei Paris geboren, war in zweiter Ehe mit dem Künstler Jean Tingueley verheiratet und starb 2002 in San Diego. Sie zählt mit ihrem umfangreichen Schaffenswerk zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Nachdem sie 1953 im Alter von 23 Jahren einen Nervenzusammenbruch erleidet, findet sie im Zuge der therapeutischen Behandlung zur Malerei und entscheidet sich künstlerisch tätig zu werden. Fortan nutzt sie ihre Kreativität als Ventil, um ihre Erlebnisse auf unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Ihre Kunst wird zu einem persönlichen Befreiungsschlag, aber auch zu einem fantastischen Spiel, in dem sich ihr Leben in bizarren Gestalten und traumhaften Welten widerspiegelt und für den Betrachter greifbar wird.

Betrachter wird einbezogen
Sie hat ein faszinierendes Werk hinterlassen, dessen Einfalls- und Abwechslungsreichtum seinesgleichen sucht. Bereits die frühen Gemälde der 1950er Jahre, die sich unter anderem an naiver Malerei orientieren, sowie die Assemblagen, in denen die Künstlerin Anfang der 1960er Jahre alltägliche Gegenstände, Spielzeug und Fundstücke zu bunten Klebebildern kombiniert, sind Ausdruck dafür. Ausgehend davon entwickelt sie die sogenannten Schießbilder, mit denen sie ihre bewegte Biografie verarbeitet. Die mit Farbbeuteln präparierten und einem Gewehr beschossenen Reliefs sind jedoch nicht nur ein aggressiver Akt der Zerstörung, sondern bilden zugleich Möglichkeiten neuer Bildfindungen.
Niki de Saint Phalles kindlich verträumte Arbeiten vermögen den Betrachter auf Anhieb zu begeistern und in eine eigene Welt zu entführen. Im Titel der Ausstellung „Spiel mit mir“, der eines ihrer ersten Bilder zitiert, spiegelt sich der Wunsch der Künstlerin wider, den Betrachter einzubeziehen. Er kann als eine Aufforderung an den Einzelnen gelesen werden, mit der Kunst in Kommunikation zu treten. In ihren Werken erforscht Niki de Saint Phalle auf vielseitige Weise ihre ganz individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und prägt mit ihrer Formensprache unseren Blick auf eine „weibliche“ Kunst. Insbesondere ihre Nanas verkörpern dabei die Suche nach einer ursprünglichen Repräsentation des Körpers der Frau. Sie sind stark mit den frühesten erhaltenen Zeugnissen von Fruchtbarkeitsdarstellungen verbunden. Es erscheint auch ein prächtiger 232 Seiten starker Katalog, in dem 216 meist farbigen Abbildungen sowie Beiträge von C. Sylvia Weber, Werner Spies und Guido Magnaguagno zu finden sind. Erschienen ist der Katalog im Swiridoff Verlag, Künzelsau. Der Preis an der Museumskasse beträgt 34,90 Euro.



Viele weitere Veranstaltungen

Parallel zur Ausstellung gibt es zahlreiche weitere ergänzende, hochkarätige Veranstaltungen, Führungen, Konzerte und Workshops, nicht nur im Museum. Eine Besonderheit stellt beispielsweise die Kooperation mit dem Brühler Kaufhof dar, in dem am 5. April ein kostenloser „Offener Workship für alle“ stattfindet. Die Besucher können aus verschiedensten Materialien wie Mosaiken und Spielzeug farbige, ganz individuelle Objekte entstehen lassen.
Bereits vorher findet am Mittwoch, den 21. März von 18 bis 20.30 Uhr im Museumsbistro „Chez Max“ das 1. Brühler Wissenschaftscafé unter dem Motto „Schön weiblich“ statt. Fünf renommierte Referenten stellen sich der Diskussion. Das Brühler Wissenschaftscafé des Max Ernst Museums lädt ein, mit Ärzten und Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen.
Im direkten Kontakt am Café-Tisch können Besucher in angenehmer Atmosphäre ihre Fragen stellen, zuhören und mit den Experten über neue Forschung diskutieren. Von 17 bis 18 Uhr können Besucherinnen und Besucher des Wissenschaftscafés darüber hinaus auch an einer Sonderführung durch die laufende Ausstellung Niki de Saint Phalle teilnehmen; Treffpunkt ist an der Museumskasse.