Jahrgang 2019
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„Wir haben mit unserem Kompositionswettbewerb einen Nerv getroffen”

Ein ganz besonderes Jubiläum feiert in diesem Jahr der Förderkreis Musikschule Brühl e.V.. Vor genau 40 Jahren, im November 1979, wurde er gegründet. Dieses Ereignis nimmt der Förderkreis zum Anlass, am Samstag, 23. November um 19 Uhr, einen Festakt für geladene Gäste in der Galerie am Schloss zu veranstalten.

Wir haben uns im Vorfeld der Feierlichkeiten mit den Vorstandsmitgliedern Brixel Kämpf (Schatzmeisterin), Dr. Birgit Martau (Schriftführerin) und Katherin Bollenbeck (Beisitzende) sowie Elmar Frey, dem künstlerischen Leiter der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl (KuMs), getroffen.

Noch immer sind die Vier überwältigt. Sie hatten nicht erwartet, dass der vom Förderkreis ins Leben gerufene Wettbewerb „Trau Dich: Komponier!!!” auf eine so positive Resonanz stoßen würde. Im Frühsommer dieses Jahres hatte der Förderkreis zu diesem Kompositionswettbewerb aufgerufen. Dabei sollten alle Teilnehmer irgendwie die Jubiläumszahl 40 in ihren Kompositionen musikalisch unterbringen. Die Schülerinnen und Schüler der KuMs sollten den Mut aufbringen, eigene Klangwelten zu erschaffen. Dabei wurden sie in einer ganzen Reihe von hochkarätig besetzten und kostenlosen Workshops unterstützt. Die Kosten dafür und die Preisgelder für die besten Arbeiten übernahm der Förderkreis.

Eine Jury aus mehreren Fach- und Sachpreisrichtern bewertete Mitte Oktober die 17 eingereichten Kompositionen. Der Vorstand des Förderkreises freute sich dabei nicht nur über die Unterstützung durch den künstlerischen Leiter der KuMs, Elmar Frey sowie Karel Jokusch als Vertreter der Dozentinnen und Dozenten, sondern ganz besonders über die Teilnahme der beiden international renommierten Komponisten Willy Giefer und Michael Ostrzyga, die das Juryteam als externe Fachpreisrichter unterstützten. Auch Bürgermeister Dieter Freytag gehörte der Jury an.



Große Herausforderung für Jury
„Wir waren beeindruckt von der großen Bandbreite der 17 Kompositionen: von eher an klassischen Hörgewohnheiten angelehnten Stücken bis hin zu experimenteller Musik, von Stücken für Soloinstrument bis Orchester und Band, von Sonate bis Song war alles vertreten”, freut sich Brixel Kämpf. „Auch die breit gefächerte Altersverteilung der Komponisten von 11 bis 43 Jahren hat uns begeistert”, ergänzt Katherin Bollenbeck. „Wir haben mit unserem Wettbewerb ganz offensichtlich bei den Schülern jeder Altersgruppe einen Nerv getroffen.”

Der große Altersunterschied und die Verschiedenartigkeit der Kompositionen stellte die Jury allerdings auch vor die Herausforderung, die Werke angemessen miteinander zu vergleichen und zu bewerten. Sie half sich auf Anregung der erfahrenen Komponisten durch die Einordnung der Werke in zwei Kategorien. „Wegen der vielen qualitätsvollen Kompositionen haben wir ergänzend zur Wettbewerbsauslobung am Ende von zwei intensiven Sitzungen nicht fünf, sondern sechs Werke prämiert”, berichtet Dr. Birgit Martau. „Die Jury vergab in beiden Kategorien jeweils drei Preise.” Der Förderkreis hat insgesamt 2.000 Euro Preisgeld bereitgestellt.

Die Preisverleihung und Uraufführung der prämierten Kompositionen wird im Rahmen des Festaktes zum 40-jährigen Bestehens des Förderkreises am 23. November stattfinden. „Weiterhin werden wir diesen Abend nutzen, um uns bei unseren treuen Weggefährten, Dozenten und Sponsoren zu bedanken”, sagt Brixel Kämpf. Und eins soll auch nicht zu kurz kommen. „Wir werden auch uns selbst feiern, weil wir stolz auf das sein können, was der Förderkreis in den letzten vier Jahrzehnten geleistet hat.”

Förderkreis hat 170 Mitglieder
Zum Festakt wird u. a. auch Erika Manno erwartet, die zu den Gründungsmitgliedern zählte und auch viele Jahre mit viel Herzblut als Vorsitzende des Förderkreises agierte. „Der Förderkreis ist auch so etwas wie der verlängerte Arm der Musikschule”, berichtet Dr. Birgit Martau. Und vor allem ist der Förderkreis ein großer Unterstützer der Kunst- und Musikschule. Im Gegensatz zur städtischen Institution darf der Förderkreis Spendengelder annehmen und Spendenquittungen ausstellen. Wichtige Einnahmequellen sind Einzelspenden von Privatpersonen, der Erlös des Sommerlichen Musikfestes sowie die Mitgliedsbeiträge.

Die Mitgliedsbeiträge durch die rund 170 Mitglieder belaufen sich im Jahr auf eine Summer zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Damit finanziert der Förderkreis die Anschaffung und Instandhaltung von Instrumenten und unterstützt u. a. durch die Vergabe von Stipendien Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich die Gebühren der KuMs nicht leisten können. Auch Projekte wie JeKits werden gefördert. Dabei kommen Kinder schon in der Grundschule mit Musik und Instrumenten in Berührung und finden Spaß daran. „Es ist schon stark, was wir auf die Beine stellen”, findet Brixel Kämpf.

KuMs gewannen viele bedeutenden Preise
Mit dem großartigen Engagement soll der Fortbestand der KuMs garantiert werden. „Denn als eine der wichtigsten Bildungs- und Kultureinrichtungen unserer Stadt, leistet sie einen unschätzbaren Beitrag in der Kunst- und Musikausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen”, sagt Katherin Bollenbeck. „Ein Beleg für das extrem hohe Unterrichtsniveau sind nicht nur die vielen Preise, mit denen Schüler und Ensembles der KuMs bei Landes- und Bundeswettbewerben bedacht werden."

Zudem sind viele ehemalige Schüler heute Künstler von zum Teil internationalem Rang. Besonders schön ist aber auch mitzuerleben, wie die Gestaltungs- und Spielfreude der Schüler bei allen Ausstellungen und Konzerten der KuMs auf die Zuschauer überspringt. Genau diese Begeisterung für auch neue Projekte war bei dem Kompositionswettbewerb spürbar. Die Idee und Umsetzung des Projekts fand auch Anerkennung bei der Kreissparkasse Köln, die es in ihrem Wettbewerb „Wir für die Region” mit dem 3. Platz auszeichnete.

„Bei Trau Dich: Komponier!!! konnten alle spielerisch kreativ sein. Es hat die Lust am Ausprobieren geweckt”, freut sich Elmar Frey. „Es war wirklich beeindruckend, welche Kreativität, Originalität und Vielfalt dabei war. Die Teilnehmer haben sehr viele Stunden in der KuMs verbracht und viele Infos und Unterstützung bekommen. Und sie haben sich dabei weiterentwickelt. Ich bin der festen Überzeugung: Wer komponiert, wird auch ein besserer Musiker." Und auch das gehört zu den Zielen des Förderkreises der Musikschule. Seit 40 Jahren. (tg)