Jahrgang 2011
Öffnen
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button

 

Die Bundesliga startet in ihre 49. Saison, der 1. FC Köln in seine vierte seit dem Wiederaufstieg 2008. Mit einem neuen Trainer will der dreimalige Deutsche Fußballmeister weiter in der Tabelle nach oben klettern. Geht der Plan auf? Oder muss auch dieses Jahr wieder gezittert werden? Können die „Geißböcke“ tatsächlich nach vielen Jahren des Mittelmaßes höhere Ziele anstreben? Wir haben uns in der Innenstadt umgehört.


Gabi Steitz mit Brigitte Denzl:
Ein einstelliger Tabellenplatz ist möglich. Ich träume ein bisschen vom 6. Platz und der Qualifikation für die Europa League, notfalls auch über die Fairplay-Wertung. Ich habe eine Dauerkarte für den Block S11 und gehe seit 1979 ins Stadion. Früher stand ich in der Kurve S19. Da habe ich auch meinen Mann kennengelernt, mit dem ich seit 27 Jahren verheiratet bin. Podolski sollte Kapitän bleiben. Seit er Kapitän ist, hat er sich gesteigert und mehr gekämpft.


 

Theo Meyer:
Ich glaube, dass der FC am Ende Platz 10 oder 11 belegen wird. Mehr traue ich ihm nicht zu. Ein Lukas Podolski alleine ist zu wenig. Die Mannschaft hat zu viele Mitläufer in ihren Reihen, die sich auf Poldi verlassen. Novakovic ist eine Diva, die glaubt, sie sei die Größte. Bei dem neuen Trainer bin ich mir nicht sicher, ob er sein Vertragsende auch auf der Bank erleben wird.


 

 

Hans-Jakob Kurth:
Auf einem guten Mittelfeldplatz. Ich halte Stale Solbakken für einen guten Trainer. Sein Lebenslauf ist beeindruckend. Als erfahrener Fachmann kennt er auch die Bundesliga. Poldi hätte Mannschaftskapitän bleiben sollen. Er bringt jetzt eine größere Stabilität in sein Spiel und ist nicht mehr so emotional. Der FC ist Poldi und Poldi ist der FC.


 

 

Günter Schulz:
Ich erwarte den FC eher im unteren Mittelfeld. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Der FC ist unberechenbar, gewinnt mal gegen starke Gegner und patzt dann gegen die schwächeren Clubs. Der FC ist ohne Podolski nicht denkbar. Der Spitzname „Prinz Poldi“ kommt ja nicht von ungefähr.


 

 


Efisio Mazzucco:
Der FC kommt unter die ersten Zehn. Sie haben eine gute Mannschaft und vor allem ein begeisterungsfähiges Publikum in dem tollen Stadion. Die Stimmung im Stadion ist ja fast wie in Neapel. Ich interessiere mich für die Ergebnisse des 1. FC Köln und bin ein Fan von Lukas Podolski. In meiner italienischen Heimat ist Juventus Turin mein Lieblingsverein.


 

 

Udo Frommer:
Zunächst einmal möchte ich dem FC meinen herzlichen Dank dafür aussprechen, dass er meinem Heimatverein Borussia Dortmund in der letzten Saison durch den Erfolg gegen Leverkusen am 32. Spieltag zur vorzeitigen Meisterschaft verholfen hat. Im Übrigen habe ich 30 Jahre in Köln gearbeitet und fühle daher eine gewisse Verbundenheit mit dem Verein. Es tut mir leid, dass der FC so lange im Mittelmaß herumdümpelte. In dieser Saison glaube ich, dass der 1. FC Köln sich ein paar Plätze nach oben verbessern kann, weil die Vereinsführung jetzt offenbar begriffen hat, dass der alte Schlendrian so nicht weitergehen konnte. Vom neuen norwegischen Trainer Stale Solbakken verspreche ich mir, dass er der Mannschaft mehr Taktik und Ordnung vermittelt.


 

 

Robert Claren:
Ich glaube, dass der FC im sicheren Mittelfeld landen wird. Die Mannschaft ist zusammengeblieben und wurde mit Sascha Riether und dem Albaner gut verstärkt. Und auch der neue Trainer aus Norwegen macht einen guten Eindruck.


 

 

Burkhard Junker:
Der 10. Platz der letzten Saison war etwas geschönt, zwei Spieltage vor Schluss steckten sie noch mitten im Abstiegskampf. Der Platz sagt nichts über das wahre Leistungsvermögen und die spielerischen Qualitäten aus. Ich habe beim FC den Eindruck, dass es verschiedene Kriterien bei den Spielerverpflichtungen gibt. Einmal müssen die neuen Spieler Champions League-erfahren sein und zumindest 1996 einmal ein Spiel im Fernsehen gesehen haben. Dann sollten die neuen Stars Auslandserfahrung besitzen und sei es, dass sie einmal als Austauschschüler an der Copacabana gekickt haben. Und es sollte kein Spieler die Sprache des anderen sprechen. So können sie sich auf dem Platz nicht verständigen. Hauptsache, sie kommen aus Swasiland oder Legoland. Es könnte durchaus wieder passieren, dass der FC erneut in Abstiegsgefahr gerät und um Platz 15 herum landet. Platz 10 oder mehr halte ich für utopisch.


Eine Umfrage von
Tobias Gonscherowski (Text)
und Bernhard Münch (Fotos)