Jahrgang 2019
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Liebe Leser,
vor über 30 Jahren, genau genommen 1986, veröffentlichte Herbert Grönemeyer seinen Song „Kinder an die Macht“. Darin findet sich die schöne Passage. „Gebt den Kindern das Kommando. Sie berechnen nicht, was sie tun. Die Welt gehört in Kinderhände. Dem Trübsinn ein Ende. Wir werden in Grund und Boden gelacht. Kinder an die Macht. Sie sind die wahren Anarchisten. Lieben das Chaos, räumen ab. Kennen keine Rechte, keine Pflichten. Noch ungebeugte Kraft. Massenhaft. Ungestümer Stolz.“

Im Jahr 2019 zeigt sich endlich, dass es Kindern und jungen Erwachsenen tatsächlich gelingt, sich Gehör zu verschaffen und sogar die große Politik zum Handeln zwingt. Ein kleines schulstreikendes Mädchen in Schweden löst eine internationale Bewegung aus, ein Youtuber treibt die CDU vor sich her, deren Zerstörung er fordert. Ob nun die Schülerin Greta oder der Youtuber Rezo, sie haben ein enormes Echo hervor gerufen und das ist sehr, sehr gut so. Denn noch immer gibt es so viele Menschen, die am Handeln der jungen Leute nur das Negative sehen, die sie lächerlich machen und diskeditieren wollen. Die schlicht die Botschaft nicht verstehen (wollen).

So fand sich auf Facebook neulich ein Posting wie dieses hier: „Millionen Kinder wollen die Erde sauber machen. Millionen Eltern würden sich freuen, wenn sie mit ihren Zimmern anfangen würden!“ Es ist unerträglich, wie bornierte Erwachsene das Engagement der Kinder und Jugendlichen in den Dreck ziehen oder irgendwelche Quervergleiche anstellen.

Wer die Ernsthaftigkeit der Kinder anzweifelt, sollte beschämt sein, wenn er mitbekommt, wie drei Schülerinnen des Max Ernst Gymansiums freiwillig in ihrer Freizeit durch Brühl ziehen, um Müll einzusammeln. „Clean Up 4 Brühl“ nennen sie ihre Aktion. Dabei finden sie immer mehr Unterstützer – genauso wie das Pendant von Erwachsenen, die als „Clean Up Brühl“ zeitgleich mit Müllsammelaktionen anfingen. Lesen Sie dazu weiter auf Seite 10.
Das Alter engagierter Menschen sollte völlig egal sein. Jeder, der etwas Gutes tut – ganz egal ob 8 Jahre alt, 18, 48 oder 78 – verdient dafür Respekt. Und keine blöden Kommentare von Neidern, Motzern und „den verbitterten Fensterrentnern des Internets“ (Spiegel).
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der Oktober-Ausgabe.

Ihr Tobias Gonscherowski

Brühler Bilderbogen
Telefon 0 22 32 / 15 22 22

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