Jahrgang 2019
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Liebe Leser,
vor über 30 Jahren, genau genommen 1986, veröffentlichte Herbert Grönemeyer seinen Song „Kinder an die Macht“. Darin findet sich die schöne Passage. „Gebt den Kindern das Kommando. Sie berechnen nicht, was sie tun. Die Welt gehört in Kinderhände. Dem Trübsinn ein Ende. Wir werden in Grund und Boden gelacht. Kinder an die Macht. Sie sind die wahren Anarchisten. Lieben das Chaos, räumen ab. Kennen keine Rechte, keine Pflichten. Noch ungebeugte Kraft. Massenhaft. Ungestümer Stolz.“

Im Jahr 2019 zeigt sich endlich, dass es Kindern und jungen Erwachsenen tatsächlich gelingt, sich Gehör zu verschaffen und sogar die große Politik zum Handeln zwingt. Ein kleines schulstreikendes Mädchen in Schweden löst eine internationale Bewegung aus, ein Youtuber treibt die CDU vor sich her, deren Zerstörung er fordert. Ob nun die Schülerin Greta oder der Youtuber Rezo, sie haben ein enormes Echo hervor gerufen und das ist sehr, sehr gut so. Denn noch immer gibt es so viele Menschen, die am Handeln der jungen Leute nur das Negative sehen, die sie lächerlich machen und diskeditieren wollen. Die schlicht die Botschaft nicht verstehen (wollen).

Kein anderes Thema bestimmt derzeit so die Schlagzeilen wie der Klimawandel. Die große Koalition hat in Berlin Maßnahmen zum Klimaschutz beschlossen. Doch reichen die aus? Und was kann jeder Einzelne von uns persönlich für ein besseres Klima tun? Das wollten wir von den Menschen in unserer Umfrage wissen.



Angelika und Bernd Schäbethal:

Wir fahren sehr viel mit dem Fahrrad, eigentlich fast immer. Wir nehmen das Auto nur noch, wenn es gar nicht anders geht. Von unserem Wohnort in Liblar sind es nur 30 Minuten mit dem Fahrrad nach Brühl. Wir fahren dann eine schöne Tour an den Villeseen vorbei. In unserem Vorgarten haben wir Blumen gepflanzt und keine Platten verlegt. Seitdem haben wir wieder mehr Insekten und Schmetterlinge im Garten. Und wir haben noch keinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff verbracht.

Die Ausstellung „MOEBIUS”, die im Max Ernst Museum Brühl des LVR noch bis zum 16. Februar 2020 zu sehen ist, präsentiert die visionären Bildwelten des französischen Comiczeichners und Szenaristen Jean Giraud (1938-2012), der unter dem Namen „Moebius“ international bekannt geworden ist.

Bei Moebius verschwimmen die Grenzen zwischen Comicstrip und bildender Kunst. Seine Geschichten entwickeln sich zwischen Hightech-Metropolen, futuristischer Architektur und Wüstenlandschaften; seine Helden unternehmen schamanistische Reisen durch Raum und Zeit. Moebius schrieb mit seinen Werken nicht nur Comicgeschichte, sondern inspirierte auch bedeutende Filmklassiker, etwa von George Lucas, Ridley Scott oder Hayao Miyazaki. Jean Giraud, der sich nach dem Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius und dem von ihm beschriebenen „Möbiusband“ benannte, zeichnete unter zwei Pseudonymen: Als „Moebius“ erforschte er die Sphäre der Science-Fiction und lotete mit Klassikern wie „Arzach“ oder „Die hermetische Garage“ das Comic-Genre neu aus. Als „Gir“ schuf er zusammen mit Jean-Michel Charlier die Westernserie „Leutnant Blueberry“ und begleitete diese zeichnerisch fast 40 Jahre lang.

Noch bis zum 23. März ist im Brühler Museum für Alltagsgeschichte, Kempishofstraße 15, die Ausstellung „Schätze aus Brühler Kellern, Garagen, von Dachböden und alte Fotos“ zu sehen.

Den Brühler Kunstpreis für Druckgrafik und Handzeichnung sprach die Jury den empfindsamen Arbeiten Hiltrud Zierls zu, die sich gegen die Konkurrenz von 65 Kunstschaffenden durchsetzen konnte. Die in Heidelberg geborene Grafikerin lebt und arbeitet in Köln.

Nach einer konzentrierten Sitzung und eingehenden Gesprächen und Bewertungen stand die einstimmige Entscheidung der Jury fest:

Die in Heidelberg geborene Grafikerin lebt und arbeitet in Köln. Nach ihren Studien der Bildhauerei, Steinbildhauerei und Zeichnung in den Werkstätten von Karl Kluth und Gaetano Gizzi beschäftigte sie sich mit Fotografie und verschiedenen grafischen Techniken.

Die Jury urteilte wie folgt:

„Wir haben einfach angefangen”

Wer aufmerksam durch die Straßen von Brühl zieht, auf den Waldwegen spaziert oder sich die Ausflugsziele und die Parkplätze davor anschaut, dem bleibt eins nicht verborgen: Überall verschandelt Müll die Landschaft oder das Stadtbild.

Das wollen viele Brühlerinnen und Brühler nicht mehr hinnehmen. Neben dem von der Stadt einmal im Jahr veranstalteten Frühjahrsputz sollen auch die Aktionen der Gruppe „Clean Up Brühl” die Stadt sauberer machen. Wir haben uns mit den Organisatoren Sonja Pinell und Matthias Gillessen unterhalten, die neben Lisa Herbertz und Katja Herrmann zu den Gründern der Gruppe zählen.

„Theater ist eine eifersüchtige Geliebte”

Am Samstag, den 26. Oktober um 20 Uhr findet die Premiere des neuen Stücks des Kleinen Theater Brühl (KTB) statt. Das Ensemble zeigt „Theater, Theater!”, eine „etwas andere” Komödie von Tom Müller und Sabine Misiorny.
Weitere Aufführungen gibt es am 27. Oktober (19 Uhr) sowie am 2. November (20 Uhr) und 3. November (19 Uhr). Unter der Regie von Monika Nicolaj und Jürgen Schulze spielen: Angelika Vogts, Stefan Schmidt, Marco Reinhardt und Wilfried Mimwegen. Wir haben uns mit den Machern des KTB über das neue Stück und den neuen Theater(s)pass unterhalten.

BBB: Worum geht es in „Theater, Theater!”?

Da Capo heißt es in diesem Jahr, wenn 2von3 und Band am 15. November um 20 Uhr zu ihrem großen „Album Release“ Konzert in den Dorothea Tanning Saal im Max Ernst Museum einladen.

Zum achten Mal in Folge wird es zu einem bunten und vielseitigen Abend mit zahlreichen Überraschungen kommen. Im Gepäck ist das neue Album „Da Capo“, an dem die Brühler Musiker im letzten Jahr fleißig gearbeitet haben.

Mit dem Slogan „Wir veranstalten Kultur!“ hat sich die Kornkammer Eventlocation von Rüdiger Tillmann in den letzten Jahren zu einer der ersten Brühler Adressen für Veranstaltungen, Konzerte und Kleinkunst entwickelt.

Die Kornkammer befindet sich im Gebäudekomplex des ehemaligen Getreidespeichers in der Kurfürstenstraße 58-60 in Brühl. Der Veranstaltungssaal mit industriellem Charme und erhöhter 30 qm-Bühne bietet unbestuhlt Platz für 120 Gäste. Die Kornkammer kann auch als Eventlocation für private Feiern genutzt werden. Mehr Infos zur Eventlocation und den Veranstaltungen gibt es unter www.kornkammer-bruehl.de

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 255 Jahren
Caspar Arnold Grein wird geboren
Am 22. Oktober des Jahres 1764 erblickte Caspar Arnold Grein in Brühl das Licht der Welt. Er entstammte einer alteingesessenen Brühler Familie und wurde zu einem der größten Stillleben- und Landschaftsmaler seiner Zeit. Aber auch als Zeichner und Bildhauer war er hochbegabt. Man musste damals auf allen Gebieten der Kunst sein Können beweisen können, um ein Auskommen zu haben. Sein Lehrmeister war der Kölner Barockmaler Johann Martinus Metz. Wie dieser, wandte sich Grein schon bald der Natur als bevorzugte Motivquelle zu und schuf außerordentliche Werke auf dem Gebiet der Blumenmalerei.

Sogar bis ins weit entfernte Paris zog es den Künstler: von 1802 bis 1804 studierte er gemeinsam mit seinem Schüler Matthias Joseph de Noël an der École des Beaux-Arts. Anschließend kehrte Grein nach Köln zurück, wo er am 11. August 1835 nach über 50-jährigem Schaffen starb.