Jahrgang 2012
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„Wir sind die fröhlichste und friedlichste Bürgerinitiative”

So langsam aber sich steuert die Session 2012 auf ihren Höhepunkt zu. Wenn sich am Karnevalssonntag, den 19. Februar, wieder der „Närrische Elias“ seinen Weg durch die Straßen der Brühler Innenstadt bahnt, werden wieder Tausende von Jecken die Straßen säumen und gemeinsam mit den unzähligen Teilnehmern des Karnevalszuges ausgelassen feiern. Ganz besonders mit dem Dreigestirn, das wieder auf dem letzten Wagen des Zuges durch Brühl fährt und gleichermaßen den Höhepunkt und Abschluss des im ganzen Erftkreis einzigartigen Karnevalszuges bildet. In diesem Jahr stellen die „Fidelen Bröhler Falkenjäger“ das Trifolium.


Schon Wochen vorher bekennen die Tollitäten im Gespräch mit dem Brühler Bilderbogen offen, dass sie sich auf diesen Moment ganz besonders freuen. Aber natürlich nicht nur auf diesen. In der ganzen Session wollen Prinz Leo (Krämer), Bauer Hans (Hoffmann) und Jungfrau Rolfine (Rolf Lublinsky) die närrische Gemeinde mit ihrer guten Laune anstecken und das Motto der diesjährigen Session mit Leben füllen: „Mer Bröhler fiere zosamme, un mir drei stonn meddendrin.“
Einen absoluten Höhepunkt haben die drei Oberjecken bereits mit Bravour absolviert. Die Proklamation gehörte zu den schönsten der vergangenen Jahre. Von dem unvergesslichen Erlebnis zehren die drei heute noch. Alleine der Einmarsch dauerte knapp 20 Minuten. „Wir schwebten wie auf Wolke 7“, erinnert sich Jungfrau Rolfine. „Es war gigantisch, überwältigend“, staunt Bauer Hans immer noch. „Ich hatte eine gewaltige Gänsehaut und habe das Bad in der Menge mehr als genossen“, beschreibt Prinz Leo seine Gefühle.
Auch lange erprobte Karnevalisten sind immer noch beeindruckt, wenn sie es dann tatsächlich selbst einmal sind, denen das närrische Volk zujubelt, wenn die eigenen Namen gerufen werden, wenn einen die Herzlichkeit überwältigt und die Stimmung im Saal ihren Siedepunkt erreicht. „Das kann man nicht in Worte fassen, man muss es selbst erlebt haben“, sind die Tollitäten auch Wochen später noch ergriffen. Es hat einfach alles gepasst.
Der Bürgermeister Michael Kreuzberg stellte das Dreigestirn sehr persönlich vor, das Corps der Falkenjäger war vollzählig versammelt und die Stimmung war einfach nur großartig. „Wer es nicht erlebt hat, hat etwas verpasst“, meint Prinz Leo. „Wir wollen ein Dreigestirn zum Anfassen sein“, weiß Bauer Hans. „Wir wollen das Dreigestirn für alle Brühler sein und werden die größte, friedlichste und fröhlichste Bürgerinitiative mit dem närrischen Elias zum Abschluss sein“, sagt Jungfrau Rolfine.



Erfahrener Prinzenführer
Vorher warten aber wieder Termine ohne Ende auf das Dreigestirn. Besonders die Auftritte in Krankenhäusern oder in Seniorenheimen gehen den Tollitäten nahe, „wenn die Fröhlichkeit, Frohsinn und Freude einkehrt und viele Menschen Tränen der Freude in den Augen haben“, wie Prinz Leo berichtet. Auf die vielen Auftritte und Termine haben sich die drei lange und gut vorbereitet. Trainiert wurden sie von Anna Sahm, die selbst einmal Jungfrau im Brühler Kinderdreigestirn war. Und natürlich steht ihnen auch der bestens bewährte Prinzenführer Karl-Heinz Becker zur Seite, der bereits elf erwachsene und elf Kinderdreigestirne souverän durch die Session lotste und längst ein Urgestein des Brühler Karnevals ist.
„Wir haben wie in all den Jahren ein sehr gutes Dreigestirn“, lobt der Prinzenführer sein aktuelles Dreigestirn. „Ich bin stolz darauf, die Brühler Tollitäten seit elf Jahren führen zu dürfen.“ Mit den Falkenjägern verbindet Karl-Heinz Becker bei seinem jecken Jubiläum gute Erinnerungen, stammte doch sein erstes erwachsenes Dreigestirn im Jahr 2002 ebenso aus dieser Gesellschaft wie die Tollitäten des Jahres 2006.
Für ihren großen Zusammenhalt sind die Falkenjäger, die sich im Alten Sudturm der Giesler Brauerei treffen, schon lange bekannt. Vorbildlich unterstützt die Gesellschaft ihr Dreigestirn mit eigenen Fahrern, dem eigenen Corps und vielen weiteren Helfern. „Es ist unbeschreiblich, dass wir aus den eigenen Reihen diese Unterstützung erfahren“, freut sich der Prinz.
Nicht nur in Brühl tritt das Dreigestirn auf, sondern auch im Landtag in Düsseldorf und sogar in Berlin. Drei Trage verbringen die Tollitäten in der Hauptstadt, wo sich der rheinische Karneval auch bereits einer großen Beliebtheit erfreut. Die Brühler Repräsentanten treffen dort auf einer Sitzung auch das Berliner Prinzenpaar. Auch auf einen Termin bei der Handwerkskammer in Köln freut sich das Trifolium. Am 10. Februar findet das „Fest in Gold“ statt, bei dem die Goldschmied-Lehrlinge geehrt werden, die auch schöne Karnevalsorden geschaffen haben.
Orden verleihen gehört nun auch zu den schönen Aufgaben des Dreigestirns, dessen personelle Zusammensetzung noch gar nicht so lange feststeht. Schnell gefunden hatten sich die Jungfrau und der Prinz, nur die Suche nach einem Bauern dauerte etwas länger. Doch dann hat sich die Idealbesetzung gefunden, die prima miteinander harmoniert.



Prinz Leo I
Der Prinz ist in Brühl bestens bekannt. Leo Krämer arbeitete 44 Jahre in führenden Positionen für die Kreissparkasse Köln und war viele Jahre davon in Brühl tätig. 1974 heiratete er und wurde Vater von zwei Söhnen. 1995 zog die Familie nach Brühl. Seit acht Monaten befindet er sich im „vorzeitigen Unruhestand“. „Der Abschied ist mir überhaupt nicht schwer gefallen, ich bin in kein Loch gefallen", sagt Leo Krämer. „Ich genieße es, nicht mehr jeden Tag zwölf Stunden zu arbeiten.“ Bei seiner Tätigkeit kam ihm sein Talent zugute, mit Menschen umgehen und kommunizieren zu können. „Reden gehörte zu meinen wichtigsten Aufgaben“, meint Leo Krämer, der 1988 erstmals mit den Fidelen Bröhler Falkenjägern blau gold von 1973 in Berührung kam.
„Neben der Liebe für den 1. FC Köln, sowohl in den wenigen guten, als auch in den leider mal wieder überwiegend schlechten Zeiten, sind die Fidelen mein schönstes Hobby geworden. Dieses Hobby ist hin und wieder auch mit etwas Arbeit verbunden. Wenn sich die Anstrengungen dann aber lohnen, wie es beim neuen Stammquartier der Gesellschaft, dem Sudhausturm in der Giesler-Galerie, geschehen ist, sind alle Mühen vergessen“, freut sich Krämer, der im Laufe auch wichtige Ämter wie das des Geschäftsführers, des Präsidenten, des Ehrenpräsidenten und zur Zeit das des Senatspräsidenten inne hatte.
„Der Wunsch und die Krönung meines karnevalistischen Lebens ist aber „Einmol Prinz zo sin“ und das in Brühl. Dieser Traum geht für mich im Jahre 2012 in Erfüllung“, jubelt Leo Krämer. An seiner Seite steht Hans Hoffmann, der Bauer des Dreigestirns.



Bauer Hans
Der 42-jährige gebürtige Kölner ist Vater von fünf Kindern. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung im Gebäudereinigerhandwerk, später bestand er die Meisterprüfung. 2002 übernahm Hans Hoffmann die Geschäftsführung der Kerpsche M&H Warenlogistik. Zwei Jahre später führte er zusammen mit seinem Vater die Kerpsche Gebäudeservice GmbH.
„Beim Karneval bin ich schon seit etlichen Jahren dabei“, erzählt Hans Hoffmann. „Zunächst etwa zehn Jahre als Mitglied der RMD Köln. Seit unserem Umzug vor sieben Jahren von Köln nach Brühl bin ich stolzer Badorfer und Mitglied bei den Fidelen Bröhler Falkenjägern.“ Zu seinen Hobbys zählen Fußball und Eishockey (der FC und der KEC) sowie Motorsport und Snowboarden.


Jungfrau Rolfine
Komplettiert wird das Dreigestirn durch Ihre Lieblichkeit, Jungfrau Rolfine, die mit richtigem Namen Rolf Lublinsky heißt. Der gebürtige Brühler ist 62 Jahre alt und
stolzer Vater von zwei Söhnen. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Schlossers, später wurde er Diplom-Ingenieur für Stahl- und Brückenbau und Schweißfachingenieur. 1973 trat er in das Familienunternehmen Lublinsky Stahl- und Feinstahlbau in Brühl als Geschäftsführer mit ein und leite es nun in dritter Generation.
„Seit frühester Kindheit fließt karnevalistisches Blut in meinen Adern. Im Jahr 1986 kam ich dann zu den Fidelen Bröhler Falkenjägern, bei denen ich lange Zeit die Reiterstaffel geführt habe und bekleide nunmehr den Rang des Oberst. In besonders schöner Erinnerung bis dato blieb mir meine Zeit als Adjutant der Jungfrau Wera im Jahr 1987/1988 und die als Vater des Kinderprinzen Daniel im Jahr 1999/ 2000“, sagt Rolf Lublinsky.
Seine Aktivitäten erstrecken sich darüber hinaus auch noch auf den Lions-Club in Brühl, dessen Präsident er kürzlich war. Aber auch als Mitglied im Wirtschaftsgremium der IHK Köln, in der Fachinnung Metall Rhein-Erft, der Handwerkskammer zu Köln und in verschiedenen Ausschüssen des Ausbildungswesens engagiert er sich gerne. Zu seinen Hobbys zählen Fahrradfahren, Wandern, Fischen, die Natur erleben und der 1. FC Köln.
Der Brühler Bilderbogen wünscht dem Brühler Dreigestirn eine tolle Session. TG