Jahrgang 2019
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„Ich hätte nie erwartet, Prinzessin von ganz Brühl zu werden”
Die Brühler Narren werden in der Session 2018/19 erstmals von Prinzessin Franziska I. regiert. Mit bürgerlichen Namen heißt die Mutter von drei Kindern Franziska Hövelmann. Sie ist 49 Jahre alt und wohnt seit fast 20 Jahren in Brühl, wo sie ihr eigenes Unternehmen „Flink & Sauber Gebäudeservice” leitet. Schon mit vier Jahren gehörte sie einer Tanzgarde in Kirchheim an. Die gebürtige Rheinbacherin trat im Jahr 2013 ihrer jetzigen Heimatgesellschaft, der ,,1. Brühler Nordstaaten Union” bei.
„Nun geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: Einmal Prinzessin im Karneval zu sein! Ich gehe mit unbeschreiblicher Freude auf eine wundervolle Session zu und freue mich über jegliche Unterstützung, die es mir ermöglicht, diesen Traum für immer in Erinnerung zu behalten”, sagt sie auf ihrer Homepage www.bruehler-prinzessin.de. Ihr Motto lautet: „Zesamme fiere is ming Ziel, met Jroß un Klein, met Hätz un Siel.”

BBB: Erstmals in Brühler Karneval gibt es statt des Dreigestirns eine Prinzessin. Wie kam es dazu?
Franziska: Das ursprünglich vorgesehene Dreigestirn konnte nicht antreten. Da es schon immer mein Wunsch war, alleine Prinzessin zu sein und das bekannt war, hat es sich ergeben, dass ich gefragt wurde. Nach dem letztjährigen Achermittwoch habe ich dann zugesagt, obwohl ich nie erwartet hatte, Prinzessin von ganz Brühl zu werden, sondern eher an einen Stadtteil gedacht hatte.

BBB: Wie groß ist die Akzeptanz bei den Jecken?
Franziska: Da gibt es keine Probleme. Im Jahr 2015 wurde die Satzung des Festausschuss Brühler Karneval einstimmig dahingehend geändert, dass nicht nur Dreigestirne als Tollitäten möglich sind. Natürlich waren auch ein paar Leute skeptisch und einige haben mich am Anfang wohl auch kritisch belauert. Wobei es dabei weniger um mich als Person ging. Aber die Resonanz war bislang immer sehr positiv. Mein Team sagt, dass ich mit meiner natürlichen Art, den wenigen Skeptikern schnell den Wind aus den Segeln genommen habe.

BBB: Wie anstrengend oder herausfordernd ist es, alleine zu agieren?
Franziska: Ich empfinde es nicht als anstrengend, eine Einzeltollität zu sein. Ich kann es aber auch nicht vergleichen. Ich habe mit einigen meiner Vorgänger gesprochen, die es anstrengend fanden, aber ich empfinde es nicht so. Auch vor der Proklamation war ich total gelassen. Mein Team um mich herum war viel nervöser. Sie haben mich als Fels in der Brandung beschrieben, als jemand der authentisch rüberkommt. Es war wie im Rausch und ein unvergessliches Erlebnis, das man nicht in Worte fassen kann. Die vielen Termine lassen sich alle gut regeln. An Wochentagen bin ich ab 17 Uhr im Einsatz. Ich kann mir meine Zeit als selbständige Unternehmerin gut einteilen. Mein Tag beginnt morgens um 5 Uhr, ich komme glücklicherweise mit fünf bis sechs Stunden Schlaf aus und bin seit 20 Jahren Frühaufsteherin. Die lange Session in diesem Jahr hat den Vorteil, dass man mehr Zeit hat, um sich mit den Leuten zu unterhalten, weil die Termine nicht so geballt hintereinander stattfinden.

BBB: Welche Auftritte oder Momente können Sie am meisten genießen? Worauf freuen Sie sich besonders?
Franziska: Bis Ende Januar waren es schon über 100 Auftritte, die ich alle genossen habe. Ein Highlight wird ganz sicher der Närrische Elias, auf den ich mich schon sehr freue. Ich gehe sehr gerne zu jedem einzelnen Auftritt. Oft sind es gerade die kleineren Auftritte, die mich persönlich besonders berühren, wenn etwa der Chor des Kinderhauses Schumaneck für mich singt. Oder wenn ich auf runden Geburtstagen bin. Auch mein erster Besuch nach 18 Jahren in Kirchheim, wo ich aufgewachsen bin und wo alles angefangen hat, war sehr schön.

BBB: Wie groß ist die Unterstützung?
Franziska: Die ist wirklich sehr groß. Wir fahren immer in zwei Autos zu siebt zu unseren Auftritten. Besonders bedanken möchte ich mich bei meinem Prinzenführer Markus Feickert und meinem Hofstaat mit meiner Adjudantin Helga Arth, der Standarte Susanne Schmitz, dem Hoffotografen Jürgen Schmitz sowie den Kutschern Roland Ippen und Harald Cremer und vielen mehr. Großartig ist auch die Unterstützung einiger Gesellschaften wie etwa durch die Fidelen Bröhler Falkenjäger, die ihre Hilfe angeboten hatten, die wir sehr gerne angenommen haben. Ihr großer Musikzug spielt oft, wenn ich in die Säle komme. Das sind immer sehr schöne Momente für uns.