Jahrgang 2019
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Liebe Leser,
die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles und andere fordern aktuell, das Wahlrecht zu ändern und per Gesetz die Zahl von Frauen und Männern im Parlament anzugleichen. „Unser Ziel ist die Parität“, sagte Nahles. „Denn die Hälfte der Welt gehört den Frauen – und damit auch die Hälfte der Parlamentssitze.“ In dieser Hinsicht ist der Brühler Bilderbogen schon weiter. Denn in dieser Ausgabe sind unsere drei wichtigen Rubriken Gespräch, Fünf Fragen und Fragebogen fest in Frauenhand. Und das zum ersten Mal.

MGV Eufonia ist „Schwerelos”
Mit seinem neuen Programm „Schwerelos” ist dem beliebten Brühler Männerchor Eufonia wieder ein großer Erfolg gelungen. Sechs Konzerte haben die Eufonisten schon gegeben, fünf folgen noch. Am 23. und 24. März gastiert der Chor in Sürth (Pfarrsaal St. Remigius), danach am 11. und 12. Mai im Dorothea Tanning Saal des Max Ernst Museum in Brühl. Zum Abschluss folgt der Auftritt beim „Brühler Markt” am 23. Juni.

Der Einzelhandel steht nicht nur in Brühl, sondern in ganz Deutschland vor enormen Herausforderungen. Die Konkurrenz durch den Onlinehandel macht vielen zu schaffen. Auch in der Schlossstadt gibt es in der Innenstadt einigen Leerstand. Es gibt aber auch viele inhabergeführte Geschäfte und andere, die nach wie vor ihre Kundschaft begeistern. Und auch das gastronomische Angebot ist top.

Das Gesamtpaket aus attraktiven Geschäften, Cafés und Restaurants sowie der nahe gelegene Schlosspark übt eine große Anziehungskraft auf die Menschen aus Brühl und Umgenbung aus. Wir wollten von den Leuten wissen, was sie konkret in die Brühler Innenstadt zieht.




Sabrina Hentz mit Tochter Jana:

Ich bin ein Brühler Mädchen und mag die Offenheit der Menschen in Brühl. An der Innenstadt gefällt mir, dass es auch grüne Flächen wie den Schlosspark gibt. Bald zieht mich auch ganz besonders der Karnevalszug in die Innenstadt. Ich gehe öfter in den Kaufhof, wo ich eine gute Auswahl an Spielsachen und Kinderbekleidung finde. Ein bisschen traurig ist, dass die Giesler-Galerie für einige Geschäfte eine Konkurrenz darstellt.

Brühler Kinder und Jugendliche haben in diesem Jahr während der Ferien weitere zusätzliche Möglichkeiten, an verschiedenen Ferienangeboten teilzunehmen, sodass Langeweile keine Chance hat.

Dem Jugendamt der Stadt Brühl ist es gelungen, durch die Gewinnung weiterer Kooperationspartner, das Ferienangebot auszuweiten. Neben bereits bestehenden Angeboten von Sonderspass e.V., der Katholischen Studierenden Jugend Brühl (KSJ), Rapunzel Kinderhaus e.V. und dem Kinder- und Jugendtreff „Klasse“, werden ab diesem Jahr auch der Kletterwald Schwindelfrei, der Brühler Turnverein 1879 e.V., und der Sport- und Bildungsschule Kahramanlar - Die Brühler Helden e. V. eine Ferienbetreuung anbieten.

Musik und Architektur verschmelzen zum Gesamtkunstwerk, wenn Schloss Augustusburg in Brühl zum Konzertort wird. Seit mehr als sechs Jahrzehnten bildet das von Balthasar Neumann prunkvoll barock ausgestaltete Treppenhaus in der UNESCO-Welterbestätte einen so ungewöhnlichen wie stimmungsvollen Rahmen für Konzerte. Insbesondere Musik aus der Entstehungszeit des Schlosses kommt hier zur Aufführung.

SchülerInnen der achten Klassen des Max-Ernst-Gymnasiums in Brühl werden am Dienstag, den 19. März von 11.30 bis 13 Uhr in der Aula des Max Ernst-Gymnasiums eine Lesung mit dem Jugendbuchautor Manfred Theisen moderieren.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst unter der Kuppel” ist in der Gesamtschule der Stadt Brühl bis zum 26. Februar die Ausstellung „Fließende Übergänge” zu sehen.

„Tolles Programm bei der 6. Brühler Frauenwoche”
Vom 8. bis 17. März findet in Brühl anlässlich des Internationalen Weltfrauentages (8. März) die „6. Brühler Frauenwoche” statt. Das vielfältige Programm umfasst 52 Veranstaltungen und wurde von Antje Cibura, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Brühl, konzipiert. Wir haben uns mit ihr darüber und über ihren vielen weiteren Aufgabenbereiche unterhalten.

Gleich mehrere Jubiläen gibt es in diesem Jahr zu feiern. Zum einen wird im Rahmen der Frauenwoche an 100 Jahre Frauenwahlrecht erinnert. Zum anderen wurde im Jahr 1984, also vor inzwischen 35 Jahren, die Gleichstellung von Mann und Frau auch im Berufsleben gesetzlich verankert. Das führte dazu, dass auch in der Brühler Verwaltung die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten geschaffen wurde. Seit über sechs Jahren hat Antje Cibura diese wichtige Position nun inne.

„Ich hätte nie erwartet, Prinzessin von ganz Brühl zu werden”
Die Brühler Narren werden in der Session 2018/19 erstmals von Prinzessin Franziska I. regiert. Mit bürgerlichen Namen heißt die Mutter von drei Kindern Franziska Hövelmann. Sie ist 49 Jahre alt und wohnt seit fast 20 Jahren in Brühl, wo sie ihr eigenes Unternehmen „Flink & Sauber Gebäudeservice” leitet. Schon mit vier Jahren gehörte sie einer Tanzgarde in Kirchheim an. Die gebürtige Rheinbacherin trat im Jahr 2013 ihrer jetzigen Heimatgesellschaft, der ,,1. Brühler Nordstaaten Union” bei.
„Nun geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: Einmal Prinzessin im Karneval zu sein! Ich gehe mit unbeschreiblicher Freude auf eine wundervolle Session zu und freue mich über jegliche Unterstützung, die es mir ermöglicht, diesen Traum für immer in Erinnerung zu behalten”, sagt sie auf ihrer Homepage www.bruehler-prinzessin.de. Ihr Motto lautet: „Zesamme fiere is ming Ziel, met Jroß un Klein, met Hätz un Siel.”

BBB: Erstmals in Brühler Karneval gibt es statt des Dreigestirns eine Prinzessin. Wie kam es dazu?
Franziska: Das ursprünglich vorgesehene Dreigestirn konnte nicht antreten. Da es schon immer mein Wunsch war, alleine Prinzessin zu sein und das bekannt war, hat es sich ergeben, dass ich gefragt wurde. Nach dem letztjährigen Achermittwoch habe ich dann zugesagt, obwohl ich nie erwartet hatte, Prinzessin von ganz Brühl zu werden, sondern eher an einen Stadtteil gedacht hatte.

Der Brühler Kunstverein hat für das Jahr 2019 wieder ein interessantes und abwechslungsreiches Programm geplant. Im März präsentieren Claudia Desgranges aus Köln und Klaus Schmitt aus Mönchengladbach erstmals gemeinsam eine Fenster-Papier-Installation im frisch renovierten Ausstellungsraum des Kunstvereins in der Alten Schlosserei am Marienhospital, Clemens-August-Straße 24. Dabei wird die komplett mit Papier abgedeckte Fensterfront das gefilterte Licht auf die Malerei intensivieren.

Anfang Mai ist wie gewohnt die Griffelkunst aus Hamburg an einem Sonntag zu Gast. Zur Frühjahrswahl werden Grafiken und Fotografien verschiedener Künstler präsentiert. Anschließend wird Bodo Rott aus Berlin Monotypien und Ölgemälde zeigen. In seinen jüngeren Arbeiten hat er zwei Werkstränge vereint: archaisch und rätselhaft, ausgelassen und lustvoll aggressiv wirkt die Serie.

Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)


Vor 550 Jahren
Brühl wird ausgelöst

Wenn heutzutage über Pfänderhandel gesprochen wird, dann geht es in der Regel um Wertgegenstände, die kurzfristig zu Geld gemacht werden, nicht um ganze Städte. Eine Stadt jedoch, genauer unsere Heimatstadt Brühl, diente vor 550 Jahren als Pfandobjekt, und wurde am 20. Februar 1469 durch eine Vereinbarung zwischen Kurfürst Ruprecht von der Pfalz und Werner von Palandt aus dessen Pfandschaft entlassen. Der Kölner Erzbischof musste damals 8.000 Goldgulden bezahlen, um Brühl wieder in Freiheit und seinen Besitz zu bringen.