Jahrgang 2015
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„Frauen sind ganz anders drauf und gehen aus sich heraus”
Am 8. März findet der Internationale Weltfrauentag statt. In Brühl bildet er den Auftakt zu einer Veranstaltungswoche mit einem vielfältigen Programm. Die Auftaktveranstaltung steigt an diesem Tag im Dorothea Tanning Saal des Max Museums ab 11 Uhr. Gegen Mittag wird dann der Frauenjazzchor der Kunst- und Musikschule (KuMS) mit dem schönen Namen „Die mit der Susi singen“ um 12 Uhr das erste musikalische Highlight setzen.

Übrigens: bei der Veranstaltung werden die Frauen unter sich bleiben, Männer müssen an diesem Tag draußen bleiben. Zum Glück verrieten uns die Chorleiterin Susanne Riemer und Gaby Zimmermann, die seit vier Jahren dem Chor angehört, vorab, was der Chor dem Publikum bieten wird.

BBB: Wie entstand die Idee, einen Frauenjazzchor zu gründen und wie kamen Sie auf den Namen?
Susanne Riemer:
Ich habe mich vor sieben Jahren bei der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl gemeldet und einen Frauenchor mit Schwerpunkt Jazz angeregt. Ich habe schon ein paar Jahre vorher eine Frauen-Soulband in Frankfurt geleitet. Das war sehr lustig und hat viel Spaß gemacht. Die Idee gefiel auch Elmar Frey, wir haben es versucht mit einem zunächst auf zehn Stunden angelegten Workshop. Anfangs haben wir nur morgens gesungen, später dann auch zusätzlich abends. Das Interesse war da. Erst waren es zwei unabhängige Chöre, mit 15 Frauen pro Gruppe, die die gleichen Inhalte geprobt haben. Vor einem Konzert haben wir eine Generalprobe mit allen Mitgliedern. Und bei Konzerten treten wir dann zusammen auf. Die Mitglieder sind zwischen 27 und knapp 70 Jahren alt. Der Name ist bei unserem Stammtisch entstanden. Wir haben einen Namen gesucht, der auffällt. Es gibt auch ein Stück, das „Die mit der Susi singen“ heißt.

BBB: Welche Schwerpunkte setzt der Chor musikalisch? Welches sind die beliebtesten Stücke?
Riemer:
Wir haben unser Repertoire erweitert und neben Jazz auch Weltmusik im Programm, Folklore aus Bulgarien, Israel, Afrika, Lateinamerika, auch indianische Lieder. Wir wollen uns stärker als Chor abgrenzen. Jazzer mögen krumme Taktarten. Es funktioniert. Wir kriegen die anspruchsvollen Sachen relativ schnell mehrstimmig hin. Das Standardrepertoire müssen wir nicht lange üben. Bekannte Stücke sind „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, „Mackie Messer“, „Ich will keine Schokolade“, „Moon River“, „Besame Muche“. „Summertime“ hat richtig lange gedauert, daran haben wir drei Monate geprobt.

BBB: Wie ist das Feedback des Publikums?
Gaby Zimmermann:
Die Resonanz der Zuschauer ist toll. Wir haben schon viele Konzerte gegeben. 2008 sind wir erstmals mit einem Programm aufgetreten. Seitdem hatten wir unzählige Auftritte. Highlights waren ein Konzert im Feierabend-Haus in Knappsack, auch die Teilnahme am Showbus Open Air hat großen Spaß gemacht. Wir sind auch bei der Feier 40 Jahre Terre des Hommes aufgetreten. Die nächsten Termine stehen auch schon fest, erst der Auftritt beim Weltfrauentag, dann werden wir am 9. Mai beim Tag der offenen Tür des Marienhospitals singen. Ein Konzert dauert etwa eine Stunde. Wir laden auch öfter einen zweiten Chor ein. Und ganz abgesehen davon, wollen wir ein Video aufnehmen und an einem WDR-Wettbewerb teilnehmen. Dabei kann man einen Fernsehauftritt gewinnen. Wir müssen noch eine Probe mitschneiden und dann das Video einschicken.

BBB: Wann und wo findet der Workshop jeweils statt?
Riemer:
Der Workshop findet an zehn Dienstagen statt und kostet 70 Euro. Termine sind von 9:15 bis 10:45 Uhr und von 19:45 bis 21:15 Uhr. Morgens treffen wir uns in der Aula der KuMS, abends in der Mensa der Clemens-August-Schule. Keiner muss Noten lesen können. Das macht die Sache einfacher. Die Fluktuation ist bei uns nicht groß.

BBB: Was ist das Besondere an der Arbeit mit einem reinen Frauenchor?
Riemer:
Frauen sind anders drauf und gehen aus sich heraus. Alle werden besser und tauen und blühen dann auf. Das gibt ein gutes Gemeinschaftsgefühl. Anschließend gehen wir dann einen Kaffee trinken. Die Arbeit macht sehr viel Spaß, ich bin noch nie missmutig nach Hause gekommen. Ich singe auch selbst immer mit und habe rund 70 Prozent der Stücke arrangiert, beim Rest hilft eine Freundin mit. Bei der Auswahl der Stücke werden nach Möglichkeit auch gerne Wünsche von den Sängerinnen des Chores berücksichtigt.