Jahrgang 2013
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„Singen ist gesund”
In der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl (kurz KuMs) heißt es ab sofort: „Singen ist gesund“. Mit einem vielfältigen Angebot sollen alle Menschen die Freude am Singen erkennen und dazu animiert werden, selbst zu singen. Denn Singen hebt nicht nur die Stimmung, es wirkt sich auch beglückend aus, es fördert das Gemeinschaftsgefühl und auch Heilungsprozesse. Wie die neue Initiative der KuMs aussieht, erläutert Bernhard Löffer, der die KuMs seit über einem Jahr leitet.

BBB: Herr Löffler, die KuMs startet ein neues Projekt. „Singen in der KuMs“ heißt es. Was hat es damit auf sich?
Bernhard Löffler:
Seit November und noch bis Juli nächsten Jahres steht das Fach Singen im Mittelpunkt vieler Aktionen in der KuMs. In diesem Zeitraum werden alle Formen des Singens vom Sologesang bis hin zu besonderen Formationen des Ensemble- und Chorgesangs vorgestellt, als Unterrichtsprojekt angeboten und in vielfältigen Konzertformaten präsentiert. Sängerinnen und Sänger im Alter von 1 bis 99 Jahren werden mit gezielten Unterrichts- und Konzertformaten angesprochen und motiviert, sich an diesen Projekten zu beteiligen. Unser Ansatz ist, dass Singen etwas Elementares ist. Singen trägt zum Glück der Menschen bei. Dabei werden Hormone ausgeschüttet. Es ist auch eine Möglichkeit, um sich auszudrücken, auch in der Gemeinschaft. Dabei entsteht oft eine Gruppendynamik. Letztendlich ist gemeinsames Singen beglückend und – wie Untersuchungen ergeben haben – auch gesundheitsfördernd. Wir arbeiten beispielsweise auch mit verschiedenen Abteilungen des Marienhospitals zusammen, sind im gegenseitigen Austausch und entwickeln gemeinsam Konzepte.

BBB: Wie sehen diese Angebote zum Singen aus?
Löffler:
Wir bieten an der KuMs Angebote für Chor, Ensemble, Rock/Pop, Klassik, Folk und Gospel, außerdem therapeutisches Singen. Für die Musiktherapie haben wir nun mit Frau Rabia Ceyhan Kocaman eine neue Dozentin. Wir sind gut aufgestellt. Es gibt auch den Musikgarten für Kinder von null bis zwölf Monaten, Babykurse für Kinder bis drei Jahre. An der Franziskus-Schule ist das Projekt JeKisS angelaufen. Es gibt auch Projekte für Senioren. Wir wollen alle Menschen von 1 bis 99 Jahren ansprechen und haben ganz erfahrene Dozenten, deren hohe Fachkompetenz Qualität garantiert. Wir wollen auch Menschen erreichen, die meinen, nicht singen zu können. Aber ich weiß, dass jeder singen kann. Wir haben fertige Konzepte, die sich schon bewährt haben. Beliebt dabei ist auch der „Singefrosch Felix“, der Melodien sammelt und sie den Kindern bringt. Wir verteilen Liederhefte und wollen alle Menschen erreichen, konfessionsübergreifend und integrativ und inklusiv. So breit wie es nur geht. Im Dezember starten wir das Angebot, das über das ganze Jahr läuft.

BBB: Einige Brühler Chöre könnten in dem Angebot der KuMs eine Konkurrenz zu ihren eigenen Angeboten sehen. Was entgegnen Sie denen?
Löffler:
Wir wollen keine Konkurrenz zu den Brühler Chören darstellen. Absolut nicht. Wir wollen eine gemeinsame Vernetzung, uns gegenseitig helfen und gute Projekte realisieren. So arbeiten wir auch mit Herrn Zopes vom Chorverband zusammen. Die KuMs war im Bereich Singen nicht so stark vertreten. Ich komme selbst aus der Chorleitung und bringe die Erfahrung mit. Die Kombination ist ideal. Der Ansatz geht uns alle an. Wir wollen präventiv Musik machen, Singen. Das Konzept ist eine Erweiterung des JeKi-Projekts, bei dem die Kinder Instrumente erlernen. Aber nach der Schule entstehen Kosten, wenn man ein Instrument weiter spielen möchte. Singen ist kostengünstiger. Es ist in großen Gruppen möglich. Man kann mit Musik weitermachen, es scheitert nicht an den Kosten.

BBB: Welche Veranstaltungen sind im Dezember geplant?
Löffler:
Im Dezember veranstalten wir unsere eigene Konzertreihe „Singin‘ all together“. Am 12. und 19. Dezember singen wir spontan Advents- und Weihnachtslieder. Am 19. Dezember gibt es zudem ein Treppenhauskonzert mit Fo(u)r Voices, eine A-Capella-Veranstaltung unter der Leitung von Christoph Meyer. Am 23. Dezember werden wir zusammen mit dem Chorverband im Dorotea Tanning Saal des Max Ernst Museums ein Mitsingkonzert unter der Leitung von Christoph Meyer, Sylvianna Scholtyssek und mir veranstalten. Es ist ein Weihnachtsoratorium in sechs Bildern. Daran hat sich auch der Kunstbereich beteiligt, der die sechs Bilder visuell umgesetzt hat. Auch im Kunstbereich werden wir im kommenden Jahr neue Wege gehen. Es wird u.a. einen Design-Kurs und einen Fotokurs geben.

BBB: Sie selbst sind jetzt seit über einem Jahr in Brühl. Wie haben Sie sich eingelebt? Wie gefällt es Ihnen in Brühl? Und wie sehen Sie die Zukunft der KuMs?
Löffler:
Ich fühle mich in Brühl sehr wohl und wohne jetzt auch zentral in der Clemens-August-Straße. Die Arbeit macht mir Spaß. Ich mag hier die Offenheit und Affinität der Kunst gegenüber. Das ist etwas Schönes in Brühl. Man lernt sich schneller kennen, ich finde das sehr bereichernd. Diese Offenheit finde ich toll, die würde man in Bayern so nicht erleben. Und was die Zukunft betrifft, sehe ich in der KuMs noch viele Möglichkeiten die Synergien von Kunst und Musik zu erweitern und viele neue spannende Projekte zu initiieren.