Jahrgang 2009
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Brühler Bilderbogen Oktober 2009

Liebe Leser,
jetzt haben wir es geschafft. Nach der Europawahl und der Kommunalwahl liegt nun auch die Bundestagswahl hinter
uns. Die Wahlkämpfer können fürs Erste ein paar Monate bis zur Landtagswahl im kommenden Jahr ausspannen, ihre Erfolge feiern oder ihre Wunden lecken. Deutschland wird aller Voraussicht erstmals wieder nach elf Jahren von einer Koalition aus CDU/CSU und FDP regiert. In die Opposition muss nach erheblichen Verlusten die SPD, die sich dort zu den Linken und den Grünen gesellt, die beide kräftig zulegen konnten. Die Grünen haben übrigens auch bei der Kommunalwahl vor einigen Wochen in Brühl viele Stimmen dazu gewonnen, was im Rahmen der Berichterstattung in der letzten Ausgabe des Brühler Bilderbogen ein wenig zu kurz kam. Sie stellen nun sieben statt zuvor fünf Ratsmitglieder.

In den letzten Wochen gingen Beispiele von Zivilcourage durch die Medien. In München wurde ein mutiger Helfer von Jugendlichen totgetreten. In Brühl verfolgte Andre Bach (lesen Sie auch unser Interview) zwei Handtaschenräuber und überwältigte sie dank der Hilfe dreier Müllmänner. In München wie in Brühl schauten aber auch viele Leute gleichgültig weg. Wir wollten wissen, mit welcher Einstellung die Menschen in Brühl das Thema verfolgen.

Francis Rabatin mit Andrea Esser:

Ich denke, Zivilcourage ist eine Bürgerpflicht. Ich habe mich einmal in Köln in der Straßenbahn bei Streitereien von Kindern, die sich gegenseitig getreten und bedroht haben, eingemischt. Nach ein paar passenden Worten waren die ruhig. Aber die waren auch noch jung, da wirkte das. Wenn ich Angst hätte, verletzt zu werden, würde ich in der Nähe bleiben und die Polizei benachrichtigen. Man muss das Risiko abschätzen.


Die Bundesfinanzakademie zeigt vom 9. November bis 11. Dezember 2009 die Ausstellung „Conditio humana – Bilder vom Menschen“ des Brühler Künstlers Ekkehard Drefke. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr in der Rotunde der Akademie zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, dem 8. November, um 15 Uhr durch den Präsidenten der Bundesfinanzakademie Karl Wilhelm Christmann. Die Museumspädagogin Irina Wistoff führt in das Werk ein.

Noch bis zum 24. Oktober zeigt der Brühler Kunstverein, in der Alten Schlosserei des Marienhospitals, Clemens-August-Straße 24, eine Video- und Fotografieinstallation der Künstlerin Cornelia Rößler. In ihrer Videoarbeit und den rund 20 Fotografien beschäftigt sich die gebürtige Münchnerin mit dem Thema des Alterns und Alter und seine Bedeutung in und für unsere Gesellschaft. Altern wird in unserer Gesellschaft hauptsächlich im Sinne von Defiziten interpretiert und nicht im Sinne der Entwicklung von seelischen und geistigen Ressourcen.

Anfang Oktober begrüßte die Europäische Fachhochschule (EUFH) während einer fröhlichen Feier im Brühler Tanzsportzentrum rund 280 Erstsemester. Unter dem Motto „Wir sind Europa!“ hießen die Studierenden mit wehenden Fahnen europäischer Staaten zugleich auch über 30 Gaststudierende aus Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Österreich herzlich willkommen.

Wenn es momentan das berühmte „Nadelör“ im Brühler Straßenverkehr gibt, dann ist es die Baustelle im Kreisverkehr der Kölnstraße. Gerade in den Hauptverkehrszeiten bilden sich rund um den Kreisverkehr lange Autoschlangen mit sehr ungeduldigen Fahrern, die bei Grün heftig ins Gaspedal treten.

„Wandel gestalten, Glauben entfalten“

Mit einem feierlichen Gottesdienst in St. Margareta wurde Mitte September Jochen Thull als Brühls neuer leitender Pfarrer in sein Amt eingeführt. Der 45-Jährige ist neben St. Margareta auch für die sechs weiteren Pfarrgemeinden in Brühl und damit für rund 23.000 Katholiken in der Stadt zuständig und steht vor einigen administrativen Herausforderungen. Denn in den kommenden Wochen und Monaten werden sich die Strukturen verändern. Seine neue Aufgabe geht der Kirchenmann unter dem Motto „Bewährtes bewahren, Neues wagen“ an. Der Brühler Bilderbogen traf Jochen Thull zum persönlichen Gespräch.

Der Oratorienchor Brühl und der Coro Monte Zavelli unter der Leitung von Michael Ostrzyga und Hildegard Zavelberg präsentieren am 7. November in der Kirche St. Margareta um 20 Uhr Werke des 17. und 20./21. Jahrhunderts von Schütz, Schein, Lechner, Frank, Hassler, Raselius,  Rosenmüller, Hammerschmidt bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen von Arvo Pärt und Terence Greaves. Viele Komponisten der in diesem Konzert erklingenden wunderbaren Motetten haben den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) miterleben müssen. Dieser grausame Krieg, der sich durch die religiösen Gegensätze von Protestanten und Katholiken entzündete, machte die deutschen Länder zum verwüsteten Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzungen europäischer Machtinteressen. Fast die Hälfte der Bevölkerung fiel ihm zum Opfer, den Rest besorgte die Pest.

Ergreifend ist es, in diesem historischen Kontext zu erfahren, welch tiefe Gläubigkeit trotz aller Not und allen Elends aus den uns heute noch anrührenden Motetten spricht. Auch den neuzeitlichen Kompositionen von Arvo Pärt liegen – mit Ausnahme des „Solfeggios“ – geistliche Texte zugrunde und greifen somit die Tradition der Motette auf. Der estnische Komponist strebt in seiner fast ausschließlich religiös motivierten Musik – u.a. hier in seiner Komposition „Da Pacem“ (Gib uns Frieden) – nach einem Ideal der Einfachheit, das die spirituelle Botschaft unterstützt. Das Wechsel- und Zusammenspiel von Chor, Flötenorchester, Orgel und Singstimmen im a-capella-Stil bietet den Zuhörern ein Konzert der besonderen Art und ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Karten zum Preis von 8,00/13,00 Euro gibt es im brühl-info, Uhlstraße 1 sowie in der Buchhandlung Karola Brockmann, Uhlstraße 82.

 

Der Kölner Künstler und Kinetiker Triloff zeigt in seiner Ausstellung „KIRMES 3x3“ in der Giesler-Galerie Brühl, in einer Aktion der „Zwischenkulisse“ der Künstlerin Gabriele Vorbrodt, Kunstobjekte, die Bewegung erfordern. Die Besucher sind durchaus aufgefordert, das eine oder andere Kunstobjekt zu erforschen, zu benutzen und zu bewegen. Eins jedoch ist sicher, es werden ganz neue Bewegungserfahrungen gemacht. Die Nähe der Objekte zu „nicht künstlerischen“ Geräten ist unverkennbar.

Die Unterscheidung zwischen Kunst und Gebrauchsgegenstand scheint aufgehoben, lediglich das Dasein als Einzelstück, erkennbar von Hand gebaut, lässt auf künstlerische Autorenschaft schließen. Der Abstand zwischen Kunst und Publikum verringert sich. In Kontakt zu treten bedingt Bewegung und es ist möglich, treibende Kraft zu sein, Spaß zu haben, für Amüsement zu sorgen und für einen Moment lang Bestandteil der Kunst zu sein. Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Oktober in der Giesler-Galerie Brühl geöffnet und zwar freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr. Ein Künstlergespräch mit anschließender Finissage findet am 10. Oktober um 12 Uhr statt.

Folgende weitere Ausstellungen sind geplant: „Spiel mit den Sinnen“, Skulpturen des Brühler Künstlers und Kinderarztes Heinz Wilhelm Pelzer vom 16. bis 29. Oktober; „Schicht für Schicht – Jahr für Jahr“, Malereien der Brühler Künstlerin Beate Baum vom 31. Oktober bis 12. November sowie „Die große Leere, schlafend“ der Installationskünstlerin M. Töpfer vom 14. bis 29. November. Weitere Infos unter www.offenesatelierbruehl.de.

 

Das Brühler TheaterTeam zeigt am Wochenende 31. Otober (um 20 Uhr) und 1. November (um 17 Uhr) in der Galerie am Schloss in Zusammenarbeit mit der KuMS nochmals die Komödie „Ein Frauenchor auf Abwegen“ in drei Akten von Alexandra Kiening. Regie führt Leokadia Thiess, die musikalische Leitung liegt bei Bernhard Schoch.

 

Wer „Ganz schön Feist“ bis jetzt noch nicht kennt, sollte sich die Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen, das Comedy Trio am Freitag, 9. Oktober, um 20 Uhr im Dorothea Tanning-Saal des Max Ernst Museums in Brühl zu erleben. „Klassentreffen“ heißt das neue Bühnenprogramm der „Feisten“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden. Der Titelsong beschreibt, welch wundersame äußerliche Veränderungen die Natur für jeden von uns bereithält: Es müssen nur genug Jahre ins Land gehen, dann kann es passieren, dass man seinem ehemals besten Schulfreund auf dem Abi-Treffen die Getränkebestellung aufgibt, weil man ihn für die Servicekraft des Abends hält.

Dr. Bernhard Kottmann, Präsident des Lions Club Brühl 2008/2009, übergab während eines feierlichen Festaktes sein Präsidentenamt an seinen Nachfolger, Michael Krieg (51), Diplom-Ingenieur aus Brühl. Der Lions Club ist Teil der weltweiten Lions-Bewegung, die für die bürgerliche, kulturelle, soziale und allgemeine Entwicklung der Gesellschaft eintritt. Der Lions Club Brühl hat im Präsidentenjahr von Dr. Kottmann intensiv die Suchtvorbeugung an Brühler Schulen gefördert. Es wurden Lehrer unterschiedlicher Schultypen mit Lions-Programmen geschult, deren Anwendung zur Steigerung der sozialen und kommunikativen Kompetenz von Schülern führt. Dadurch sollen Schüler in die Lage versetzt werden, Problem- und Konfliktsituationen in ihrem Umfeld zu meistern und auf die Begegnung mit Drogen selbstbewusst zu reagieren. Außerdem haben sich Brühler Schulen am Lions-Wettbewerb „Die gute Tat im letzten Schuljahr“ beteiligt. Ein besonderer Schwerpunkt der Unterstützung war das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“, das an der Barbara- und der Vochemer Grundschule in Kooperation mit der Kunst- und Musikschule mit großem Erfolg durchgeführt wird. Für dieses Projekt, das einen idealen sozial-integrativen Anschub im Bereich kultureller Bildung darstellt, hat sich besonders das im Mai 2009 verstorbene Gründungsmitglied des Lions Club Brühl Erich Stüven mit seiner Frau Meike eingesetzt.

Michael Krieg betonte in seiner Antrittsrede, wie in der Vergangenheit werde der Lions Club Brühl auch in Zukunft karitative und kulturelle Institutionen Brühls unterstützen. Im nun zu Ende gegangenen Präsidentenjahr wurden für diesen Zweck ca. 20.000 Euro zur Verfügung gestellt. Daran werde er auch in Zukunft festhalten.

Eine besondere Freude war es für den neuen Präsidenten Michael Krieg, mit Markus Bärenfänger, dem Vorstandssprecher der VR-Bank Rhein-Erft eG, ein neues Mitglied offiziell in den Lions Club Brühl aufnehmen zu können.

In diesem Jahr veranstaltet der Elternbeirat der städtischen Tageseinrichtung  „Im Alten Forsthaus“, Kaiserstraße 29, den traditionellen Herbst-Flohmarkt am Samstag, 31. Oktober, von 10 Uhr bis 13 Uhr. Wie in jedem Jahr werden viele gut erhaltene Sachen preiswert angeboten. Während die Großen stöbern, lockt die Cafeteria mit aromatischem Kaffee, köstlichem Kuchen, deftiger Wurst mit knusprigen Brötchen und erfrischenden Getränken. Der Reinerlös kommt den Kindern der Einrichtung zu Gute. Auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher freut sich der Elternbeirat der städtischen Tageseinrichtung „Im Alten Forsthaus“.

 

„Ich habe nur meine Bürgerpflicht getan”

Es geschah am hellichten Tag mitten in Brühl, genau genommen in der Nähe des Bahnhofs Brühl-Nord. Zwei junge Männer rauben einer Frau die Handtasche und rennen davon. Andre Bach, ein Brühler Bürger, erkennt die Situation blitzschnell, verfolgt und stellt die Täter. Weil er sie alleine nicht überwältigen kann, bittet er mehrere Passanten auf der Kaiserstraße um Hilfe. Doch die schauen alle gleichgültig weg. Erst drei zufällig vorbeikommende Müllmänner eilen Andre Bach beherzt zu Hilfe. Der Brühler Bilderbogen sprach mit dem unerschrockenen mutigen Mann.

 

Die Programm-Macher des Brühler ZOOM Kinos durften sich gleich mehrmals freuen. Bei der bundesweiten Verleihung der Kinoprogrammpreise 2008 in Hamburg zählten sie zu den Glücklichen, die in  allen vier Preiskategorien ausgezeichnet wurden. Das schafften bundesweit nur neun Kinos von insgesamt 196 Preisträgern. So wurde das ZOOM Kino beim Festakt in der Hansestadt für ihr Gesamtprogramm, ein besonderes Dokumentarfilmprogramm, Kinder- und Jugend- sowie Kurzfilmprogramm geehrt. Damit gehört das kleine ZOOM Kino in Brühl zu den zehn besten Kinos in Deutschland! Aus den Händen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann erhielt Vorstand Thorsten Kleinschmidt die Auszeichnungen und nahm eine Prämie von insgesamt 15.000 Euro gern entgegen. Das gesamte ZOOM Team ist begeistert. Für sie ist das zugleich Ansporn, mit einer guten Filmarbeit weiterzumachen.

Bei bestem Sommerwetter haben bildungsfreudige Teilnehmer acht Tage lang  die einzigartige Kulturlandschaft der „Romantischen Straße“ und des „Hohenloher Landes“ erkundet. Zu weiteren Aktivitäten lädt die Kolpingsfamilie alle Interessierten herzlich ein.

Foto: Bernhard Münch

(tg) Für seine neueste Produktion hat sich das Kleine Theater Brühl ein Stück des australischen Drehbuchautoren Andrew Bovell ausgesucht. Unter der Regie von Andreas Schlenger zeigen die Brühler Theaterfreunde das Stück „Lantana“, das erstmals 1996 in Sydney gespielt wurde. In der Galerie am Schloss wird es an den Wochenenden 7./8. November und 14./15. November zu sehen sein, samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr.

Untersuchungen zur Bildentstehung

(tg) Es ist wieder so weit. In der Galerie Brühl, Uhlstraße 2, ist vom 20. bis 31. Oktober die jährliche Ausstellung mit Werken des bekannten Brühler Künstlers Will Küpper zu sehen. Seit dem Jahr 2000 gibt es diese schöne Tradition. In diesem Jahr werden 21 Ölgemälde des 1972 verstorbenen Malers gezeigt, die in den beiden letzten Jahres aufwendig restauriert wurden. Die Ausstellung trägt den Titel: „Will Küpper – Untersuchungen zur Bildentstehung.“

(tg) Claudia Klawonn wurde 1960 in Köln geboren. Der Vater, ein Anglo-Iraker, arbeitete als Dolmetscher. Sie wuchs zusammen mit vier Brüdern und drei Schwestern in einer multikulturellen Großfamilie auf, in der sich musische und künstlerische Talente bestens entfal-ten konnten. „Die Beschäftigung mit der Kunst war bei uns sehr ausgeprägt“, sagt Claudia Klawonn. Ihre Geschwister sind heute u. a. als Musiklehrer, Designer oder Zeichner. Sie selbst arbeitete nach der mittleren Reife zunächst als Rechtsanwaltsfachangestellte und später als Versicherungskauffrau. 1987 heiratete sie, ihre beiden Kinder sind heute 16 und 13 Jahre alt.